ſchied nimmt. Wie ſoll ich— wie kann ich außer mir haſſen, was Sie mich in mir ſelbſt lieben lehrten? was Sie ſelbſt in Ihrer Angelica lieben? 3
v. Hutten gunit einiger Empfindlichkeit). Die Einſamkeit hat dich mir verdorben, Angelica.— Unter Menſchen muß ich dich fuͤhren, damit du ſie zu achten verlerneſt. Du ſollſt ihm nach⸗ jagen, deinem lieblichen Phantom— Du ſollſt dieſes Goͤtter⸗ bild deiner Einbildung in der Naͤhe beſchauen.— Wohl mir, daß ich nichts dabei wage— Ich habe dir einen Maßſtab in dieſer Bruſt mitgegeben, den ſie nicht aushalten werden. Mit ſtillem Entzuͤcken ſie betrachtend.) O noch eine ſchoͤne Freude bluͤht mir auf, und die lange Sehnſucht naht ſich ihrer Erfuͤllung.— Wie ſie ſtaunen werden, von nie empfundenen Gefuͤhlen entgluͤhen werden, wenn ich den vollendeten Engel in ihre Mitte ſtelle— Ich habe ſie— ja, ich habe ſie gewiß— ihre Beſten und Edel⸗ ſten will ich in dieſer goldenen Schlinge verſtricken— Angelica! (Er naht ſich ihr mit ſeierlichem Ernſte und laͤßt ſeine Hand auf ihr Haupt niederſinken) Sey ein hoͤheres Weſen unter dieſem geſun⸗ kenen Geſchlechte!— Streue Segen um dich, wie eine begluͤckende Gottheit!— Uebe Thaten aus, die das Licht nie beleuchtet hat! — Spiele mit den Tugenden, die den Heldenmuth des Helden, die die Weisheit des Weiſeſten erſchoͤpfen. Mit der unwider⸗ ſtehlichen Schoͤnheit bewaffnet, wiederhole du vor ihren Augen das Leben, das ich in ihrer Mitte unerkannt lebte, und durch deine Anmuth triumphire meine verurtheilte Tugend. Milder ſtrahle durch deine weibliche Seele ihr verzehrender Glanz, und ihr bloͤdes Auge oͤffne ſich endlich ihren ſiegenden Strahlen. Bis hieher fuͤhre ſie— bis ſie den ganzen Himmel ſehen, der an dieſem Herzen bereitet liegt, bis ſie nach dieſem unausſprechlichen Gluͤck ihre gluͤhenden Wuͤnſche ausbreiten— und jetzt fliehe in deine Glorie hinauf— in ſchwindliger Ferne ſehen ſie uͤber ſich
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