Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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kann es nicht. Ich will es nicht. Ich will dir die froͤhliche Sicherheit, das ſuͤße Vertrauen auf dich ſelbſt nicht entreißen Ich will den Haß nicht in dieſen friedlichen Buſen fuͤhren. Ver⸗ wahren moͤcht' ich dich gegen die Menſchen, aber nicht erbittern. Meine treue Erzaͤhlung wuͤrde das Wohlwollen ausloͤſchen in deiner Bruſt, und erhalten moͤchte ich dieſe heilige Flamme. Ehe ſich eine neue und ſchoͤnere Schoͤpfung von ſelbſt hier gebildet hat, moͤchte ich die wirkliche Welt nicht von deinem Herzen reißen.(Pauſe. Angelica neigt ſich uͤber ihn mit thraͤnenden Augen.)

Ich goͤnne dir den lachenden Anblick des Lebens, den ſeligen Glauben an die Menſchen, die dich jetzt noch gleich holden Er⸗ ſcheinungen umſpielen; er war heilſam, er war nothwendig, den goͤttlichſten der Triebe in deinem Herzen zu entfalten. Ich bewundre die weiſe Sorgfalt der Natur. Eine gefaͤllige Welt legt ſie um unſern jugendlichen Geiſt, und der aufkeimende Trieb der Liebe findet, was er ergreife. An dieſer hinfaͤlligen Stuͤtze ſpinnt ſich der zarte Schoͤßling hinauf und umſchlingt die nachbarliche Welt mit tauſend uppigen Zweigen. Aber ſoll er, ein koͤniglicher Stamm, in ſtolzer Schoͤnheit zum Himmel wachſen o dann muͤſſen dieſe Nebenzweige erſterben und der lebendige Trieb, zuruͤckgedraͤngt in ſich ſelbſt, in gerader Richtung uͤber ſich ſtreben. Still und ſanft faͤngt die erſtarrte Seele jetzt an, den verirrten Trieb von der wirklichen Welt abzurufen und dem goͤttlichen Ideale, das ſich in ihrem Innern verkkaͤrt, entgegen zu tragen. Dann bedarf unſer ſeliger Geiſt jener Huͤlfe der Kindheit nicht mehr, und die gereinigte Gluth der Begeiſterung lodert fort an einem innern unſterblichen Zunder.

Angelicag. Ach, mein Vater! Wie viel fehlt mir zu dieſem Bilde, das Sie mir vorhalten! Auf dieſem erhabenen Fluge kann Ihre Tochter Sie nicht begleiten. Laſſen Sie mich das liebliche Phantom verfolgen, bis es von ſelbſt von mir Ab⸗