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einem langen Stillſchweigen.) Sieh dieſe welken Haͤnde! Dieſe Furchen, die der Gram auf meine Wangen grub! Ein Greis ſteht vor dir, der ſich zum Rande des Grabes hinunterneigt, und ich bin noch in den Jahren der Kraft und der Mannheit! Das thaten die Menſchen— Das ganze Geſchlecht iſt mein Moͤrder— Angelica— Begleite den Sohn meines Moͤrders nicht zum Altar. Laſſ' meinen blurigen Gram nicht in ein Gaukelſpiel enden. Dieſe Blume, gewartet von meinem Kum⸗ mer, mit meinen Thraͤnen bethaut, darf von der Freude Hand nicht gebrochen werden. Die erſte Thraͤne, die du der Liebe weinſt, vermiſcht dich wieder mit dieſem niedern Geſchlechte— die Hand, die du einem Mann am Altar reichſt, ſchreibt mei⸗ nen Namen an die Schandſaͤule der Thoren.
Angelica. Nicht weiter, mein Vater. Jetzt nicht weiter. Vergoͤnnen Sie, daß ich—
(Sie will gehen, Hutten haͤlt ſie zuruͤck.)
v. Hutten. Ich bin kein harter Vater gegen dich, meine Tochter. Liebt' ich dich weniger, ich wuͤrde dich einem Mann in die Arme fuͤhren. Auch trag' ich keinen Haß gegen die Menſchen. Der thut mir unrecht, der mich einen Menſchen⸗ haſſer nennt. Ich habe Ehrfurcht vor der menſchlichen Natur — nur die Menſchen kann ich nicht mehr lieben. Halte mich nicht fuͤr den gemeinen Thoren, der die Edeln entgelten laͤßt, was die Unedeln gegen ihn verbrachen. Was ich von den Un⸗ edeln litt, iſt vergeſſen. Mein Herz blutet von den Wunden, die ihm die Beſten und Edelſten geſchlagen.
Angelica. Oeffnen Sie es den Beſten und Edelſten— Sie werden heilenden Balſam in dieſe Wunden gießen. Brechen Sie dieſes geheimnißvolle Schweigen!
v. Hutten(nach einigem Stillſchweigen). Koͤnnt' ich dir die Geſchichte meiner Mißhandlungen erzaͤhlen, Angelica!— Ich


