Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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mehr. Mein Amt iſt geendigt. In verſſchloſſener Werkſtaͤtte reifte die Bildſaͤule ſtill unter dem Meißel des Kuͤnſtlers heran; die vollendete muß von einem erhabenen Geſtelle ſtrahlen.

Angeliea. Nie, nie, mein Vater, geben Sie mich aus Ihrer bildenden Hand.

v. Hutten. Einen einzigen Wunſch behielt ich noch zuruͤck. Zugleich mit ihr wuchs er groß in meinem Herzen, mit jedem neuen Reize, der ſich auf dieſen Wangen verklaͤrte, mit jeder ſchoͤnen Bluͤthe dieſes Geiſtes, mit jedem hoͤhern Klange dieſes Buſens ſprach er lauter in meinem Herzen Dieſer Wunſch, weine Tochter reiche mir deine Hand!

Angelica. Sprechen Sie ihn aus. Meine Seele eilt ihm entgegen.

v. Hutten. Angelica! Du biſt eines vermoͤgenden Mannes Tochter. Dafuͤr haͤlt mich die Welt, aber meinen ganzen Reichthum kennt Niemand. Mein Tod wird dir einen Schatz offenbaren, den deine Wohlthaͤtigkeit nicht erſchoͤpfen kann Du kannſt den Unerſͤttlichſten uͤberraſchen.

Angelica. So tief, mein Vater, laſſen Sie mich ſinken!

v. Hutten. Du biſt ein ſchoͤnes Maͤdchen, Angelica! Laſſ' deinen Vater dir geſtehen, was du keinem andern Manne zu danken haben ſollſt. Deine Mutter war die Schoͤnſte ihres Ge⸗ ſchlechts Du biſt ihr geſchontes veredeltes Bild. Maͤnner werden dich ſehen, und die Leidenſchaft wird ſie zu deinen Fuͤßen fuͤhren. Wer dieſe Hand davon traͤgt

Angelica. Iſt das meines Vaters Stimme? O, ich hoͤre es, Sie haben mich aus Ihrem Herzen verſtoßen.

v. Hutten mit Wohlgefallen bei ihrem Anblick verweilend.) Dieſe ſchoͤne Geſtalt belebt eine ſchoͤnere Seele Ich dende mir die Liebe in dieſe friedliche Bruſt Welche Ernte bluͤht hier der Liebe O dem Cdelſten iſt hier der ſchoͤnſte Lohn aufgehoben.

Schillers ſaͤmmtl. Werke. II. 32