Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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Angeliea. O moͤchte ſich dieſes Auge erheitern, mein Vater Ja, dieſe Welt iſt ſchoͤn. 3 v. Hutten. Ein Widerſchein deiner eigenen ſchoͤnen Seele, Angelica Auch ich bin nicht ganz ohne gluͤckliche Stunden Dieſen lieblichen Anblick wird ſie fortfahren, dir zu geben, ſo lange du dich huͤteſt den Schleier aufzuheben, der dir die Wirklichkeit verbirgt, ſo lange du Menſchen entbehren wirſt

und dich mit deinem eigenen Herzen begnuͤgen.

Angeliea. Oder dasjenige finde, mein Vater, das dem meinigen harmoniſch begegnet.

v. Hutten(ſchnell und ernſt). Du wirſt es nie finden Aber huͤte dich vor dem ungluͤcklichen Wahn, es gefunden zu haben.(Nach einem Stillſchweigen, wobei er in Gedanken verloren ſaß.) Unſre Seele, Angelica, erſchafft ſich zuweilen große, be⸗ zaubernde Bilder, Bilder aus ſchoͤnern Welten, in edlere For⸗ men gegoſſen. In fern nachahmenden Zuͤgen erreicht ſie zu⸗ weilen die ſoielende Natur, und es gelingt ihr, das uͤberraſchte Herz mit dem erfuͤllten Ideale zu taͤuſchen. Das war deines Vaters Schickſyl, Angelica. Oſt ſah ich dieſe Lichtgeſtalt meines Gehirns von einem Menſchenangeſicht mir entgegenſtrahlen; frendetrunken ſtreckt' ich die Arme darnach aus, aber das Dunſt⸗ bild zerfloß bei meiner Umhalſung.

Angeliea. Doch, mein Vater

y. Hutten(unterbricht ſie). Die Welt kann dir nichts dar⸗ bieten, was ſie von dir nicht empfinge. Freue dich deines Bildes in dem ſpiegelnden Waſſer, aber ſtuͤrze dich nicht hinab, es zu umfaſſen; in ſeinen Wellen ergreift dich der Tod. Liebe nennen ſie dieſen ſchmeichelnden Wahnſinn. Huͤte dich, an dieſe s Blendwerk zu glauben, das uns die Dichter ſo lieblich malen. Das Geſchöpf, das du anbeieſt, biſt du ſelbſt; was dir ant⸗

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