Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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Angelica. Ich glaube, daß er gerecht iſt.

v. Hutten. Glaubſt du? Glaubſt du wirklich? Hoͤre, Angelica! Ich werde deine Aufrichtigkeit jetzt auf eine ent⸗ ſcheidende Probe ſetzen Du wanlſt, und ich habe keine Tochter mehr Setze dich zu mir!

Angelica. Dieſer feierliche Ernſt

v. Hutten. Ich habe dich rufen laſſen. Ich wollte eine Bitte an dich thun. Doch ich beſinne mich. Sie kann ein Jahr lang noch ruhen.

Angeliea. Eine Bitte an Ihre Tochter, und Sie ſtehen an, ſie zu nennen?

v. Hutten. Der heutige Tag hat mir eine ernſtere Stimmung gegeben. Ich bin heute fuͤnfzig Jahre alt. Schwere Schickſale haben mein Leben beſchleunigt, es koͤnnte geſchehen, daß ich eines Morgens unverhofft ausbliebe, und ohne zuvor (Er ſteht auf.) Ja, wenn du weinen mußt, ſo haſt du keine Zeit mich zu hoͤren.

Angeliea. O halten Sie ein, mein Vater Nicht dieſe Sprache Sie verwundet mein Herz.

v. Hutten. Ich moͤchte nicht, daß es mich uͤberraſchte, ehe wir mit einander in Richtigkeit ſind Ja, ich fuͤhle es, ich hange noch an der Welt der Bettler ſcheidet eben ſo ſchwer von ſeiner Armuth, als der Koͤnig von ſeiner Herrlichkeit Du biſt Alles, was ich zuruͤcklaſſe.

(Stillſchweigen.)

Kummervoll ruhen meine letzten Blicke auf dir Ich gehe und laſſe dich zwiſchen zwei Abgruͤnden ſtehen. Du wirſt wei⸗ nen, meine Tochter, oder du wirſt beweinenswuͤrdig ſeyn. Bis jetzt gelang mir's, dieſe ſchmerzliche Wahl dir zu ver⸗ bergen. Mit heiterm Blicke ſiehſt du in das Leben, und die Welt liegt lachend vor dir.