Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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fechte fuͤr Wahrheit und Liebe. Seine Sache iſt ſo ſchlimm, als die meinige gut iſt. 8

Wilhelmine(welche dieſe ganze Zeit uͤber wenig Antheil an der Unterredung zu nehmen geſchienen hat). Sind ſie deſſen wirklich ſo gewiß, Herr von Roſenberg?

Koſenberg(der ſich raſch zu ihr wendet, nach einem kurzen Stillſchweigen ernſthaft). Ich denke, daß ich's bin, mein gnaͤdiges Fraͤulein.

wilhelmine(ſieht auf). Dann ſchade um meinen armen Bruder! Es iſt ihm ſo ſchwer gefallen, der ungluͤckliche Mann zu werden, der er iſt, und, wie ich ſehe, iſt es etwas ſo Leichtes, ihm das Urtheil zu ſprechen.

Angeliea. Laſſen Sie uns nicht zu voreilig richten, Roſen⸗ berg. Wir wiſſen ſo wenig von den Schickſalen meines Vaters.

Voſenberg. Mein ganzes Mitleid ſoll ihm dafuͤr wer⸗ den, liebe Angelica— aber nie meine Achtung, wenn ſie ihn wirklich zum Menſchenhaſſer machten.— Es iſt ihm ſchwer gefallen, ſagen Sie, au der Suiftsdame dieſer ungluͤckliche Mann zu werden— aber wollten Sie wohl die Rechtfertigung eines Menſchen ubernehmen, der dasjenige an ſich vollendet, was ein ſchreckliches Schickſal ihm noch erlaſſen hat? Dem Raſen⸗ den wohl das Wort reden, der auch den einzigen Mantel noch von ſich wirft, den ihm Raͤuber gelaſſen haben?— Oder wiſ⸗ ſen Sie mir einen aͤrmern Mann zwiſchen Hiimel und Erde, als den Menſchenfeind?—

Wilhelminc. Wenn er in der Verfinſterung ſeines Jammers nach Giſten greift, wo er Linderung ſuchte, was geht das Sie Gluͤcklichen an? Ich moͤchte den blinden Armen nicht hart anlaſſen, dem ich kein Auge zu ſchenken habe.

Voſenberg(nit auſſieigender Noͤthe und etwas lebhafter Stimme).