Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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Wilhelmine. Und haſt du ſie nie uͤbertreten, dieſe leichte Bedingung?

Angelica. Ich bin ihm ungehorſam geworden. Meine Wuͤnſche ſind uͤber dieſe Mauern geflogen— Ich bereue es, aber ich kann nicht wieder umkehren.

Wilhelmine. Ehe Roſenberg in dieſen Waͤldern jagte, warſt du noch ſehr gluͤcklich..

Angelica. Gluͤcklich wie eine Himmliſche— aber ich kann nicht wieder umkehren.

Wilhelmine. So auf einmal hat ſich Alles veraͤndert? Auch deine ſonſteſo traute Geſpielin, dieſe ſchoͤne Natur, iſt dieſelbe nicht mehr?.

Angelica. Die Natur iſt die naͤmliche, aber mein Herz iſt es nicht mehr. Ich habe Leben gekoſtet, kann mich mit der todten Bildſaͤule nicht mehr zufrieden geben. O wie jetzt Alles verwandelt iſt um mich herum! Er hat alle Erſcheinungen um mich her beſtochen. Die aufſteigende Sonne iſt mir jetzt nur ein Stundenweiſer ſeiner Ankunft, die fallende Fontaine mur⸗ melt mir ſeinen Namen, meine Blumen hauchen mir ſeinen Athem aus ihren Kelchen.— Sehen Sie mich nicht ſo finſter an, liebe Tante— Iſt es denn meine Schuld, daß der erſte Mann, der mir außerhalb unſerer Graͤnzſtei ine begegnete, gerade Roſenberg war?

Wilhemine(geruhrt ſie anſehend). Lieqess ungluͤckliches Maͤdchen— alſo auch du— ich bin unſchuldig, ich hab' es nicht hintertreiben koͤnnen— Klage mich nicht an, Angelica, wenn du einſt deinem Schickſale nicht entfliehen wirſt.

Angelica. Immer ſagen Sie mir das vor, liebe Tante. Ich verſtehe Sie nicht.

Wilhelmine, Der Park wird geoͤffnet.