Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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bekannte, da er deinetwegen alle Bande zerriß, die ihn an ſeinen Hof, an die Vergnuͤgungen der Hauptſtadt gefeſſelt hiel⸗ ten, da er ſich freiwillig in die traurige Einoͤde ſeiner Guͤter verbannte, um dir naͤher zu ſeyn— ſeit jenem Tage hat der Gedanke an deinen Vater deine Ruhe vergiftet. Warſt du es nicht ſelbſt, die an der Heimlichkeit dieſes Verſtaͤndniſſes An⸗ ſtoß nahm? die mit unablaͤſſigen Bitten und Mahnungen ſo lange in ihn ſtuͤrtate, bis er, ungern genug, ſein Verſprechen gab, ſich um die Gunſt deines Vaters zu bewerben? Mein Vater, ſagteſt du, haͤngt nur noch durch ein einziges Band an den Menſchen; die Welt hat ihn auf ewig verloren, wenn er die Entdeckung macht, daß auch ſeine Tochter ihn hinter⸗ gangen hat. 4

Angelica anit reger Empfindung). Nie, nie ſoll er das! — Erinnern Sie mich noch oft, liebe Tante. Ich fuͤhle mich ſtarker, entſchloſſ'ner. Alle Welt hat ihn hintergangen— aber wahr ſol ſeine Tochter ſeyn. Ich will keinen Hoffnungen Raum geben, die ſich vor meinem Vater verbergen muͤßten. Bin ich es ſeiner Guͤte nicht ſchuldig? Er gab mir ja Alles. Selbſt ſuͤr die Freuden des Lebens erſtorben, was hat er nicht gethan, um mir ſie zu ſchenken? Mir zur Luſt ſchuf er dieſe Gegend zum Paradieſe und ließ alle Kuͤnſte wetteifern, das Herz ſeiner Angelica zu entzuͤcken und ihren Geiſt zu veredeln. Ich bin eine Koͤnigin in dieſem Gebiet. An mich trat er das goͤttliche Ant der Wohlthaͤtigkeit ab, das er mit bluten⸗ dem Herzen ſelbſt niederlegte. Mir gab er die ſuͤße Voll⸗ macht, das verſchaͤmte Elend zu ſachen, verhehlte Thraͤnen zu trocknen und der fluͤchtigen Armuth eine Zuflucht in dieſen ſtillen Bergen zu oͤffnen.— Und fuͤr alles dieſes, Wilhelmine, legt er mir nur die leichte Bedingung auf, eine Welt zu ent⸗ behren, die ihn von ſich ſtieß.