Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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ſehen. Da hab' ich voriges Jahr den großen Sumpf laſſen austrocknen gegen Mitternacht und einige tauſend Stuͤck Baͤume darauf gezogen. Die junge Welt treibt ſich und ſchießt empor — es iſt ein Seelenvergnuͤgen, drunter hinzuwandeln— Ich bin da, wie die Sonne kommt, und freue mich ſchon im vor⸗ aus der Herrlichkeit, wenn ich den gnaͤdigen Herrn einmal werde hineinfuͤhren. Es wird Abend— und wieder Abend— und der Herr hat ſie nicht bemerkt. Sehen Sie, mein Fraͤu⸗ lein, das ſchmerzt mich, ich kann's nicht laͤugnen.

Angelica. Es geſchieht noch, gewiß geſchieht's noch— haben Sie indeß Geduld, guter Biber.

Biber. Der Park koſtet ihm, Jahr aus Jahr ein, ſeine baaren zweitauſend Thaler, und ich werde bezahlt, wie ich's nicht verdiene— wozu nuͤtz' ich denn, wenn ich dem Herrn fuͤr ſein vieles Geld nicht einmal eine froͤhliche Stunde gebe? Nein, gnaͤdiges Fraͤnlein, ich kann nicht laͤnger das Brod Ihres Herrn Vaters eſſen, oder er muß mich ihm beweiſen laſſen, daß ich ihn nicht darum beſtehle.

Angelica. Ruhig, ruhig, lieber Mann! Das wiſſen wir alle, daß Sie das und noch weit mehr verdienen.

Biber. Mit Ihrer Erlaubniß, mein Fraͤulein, davon koͤn⸗ nen Sie nicht ſprechen. Daß ich meine zwoͤlf Stunden des Tags ſeinen Garten beſchicke, daß ich ihm nichts veruntreue und Ordnung unter meinen Leuten erhalte, das bezahlt mir der gnaͤdige Herr mit Geld. Aber daß ich es mit Freuden thue, weil ich es ihm thue, daß ich des Nachts daven traͤume, daß es mich mit der Morgenſonne heraustreibt— das, mein Fraͤulein, muß er mir mit ſeiner Zufriedenheit lohnen. Ein einziger Beſuch in ſeinem Park thut hier mehr als all ſein Mammon— und ſehen Sie, mein gnaͤdiges Fraͤulein— das eben war's, warum ich Sie jetzt habe— 4