—
43
ihn nicht mit Wucher dafuͤr mit ihren Liebkoſungen, ihren
Umarmungen? Amalia aufgebracht). Meinen Ring einer Metze? Franz. Pfui) pfui! das iſt ſchaͤndlich. Wohl aber, wenn's nur das waͤre! Ein Ring, ſo koſtbar er auch iſt, iſt im Grunde bei jedem Juden wieder zu haben— Vielleicht mag ihm die Arbeit daran nicht gefallen haben, vielleicht hat er einen ſchoͤnern dafuͤr eingehandelt. Amalia cheftigye Aber meinen Ning— ich ſage mei⸗ nen Ring? Franz. Keinen andern, Amalia— Hal ſolch ein Kleinod, und an meinem Finger— und von Amalia!— Von hier
ſollt' ihn der Tod nicht geriſſen haben— Nicht wahr, Amalia?
nicht die Koſtbarkeit des Diamants, nicht die Kunſt des Ge⸗ praͤges— die Liebe macht ſeinen Werth aus— Liebſtes Kind, du weineſt? Wehe uͤber den, der dieſe koͤſtlichen Tropfen aus ſo himmliſchen Augen preßt— ach, und wenn du erſt Alles wuͤßteſt, ihn ſelbſt ſaͤheſt, ihn unter der Geſtalt ſaͤheſt?— Amalia. Ungeheuer! wie, unter welcher Geſtalt? Franz. Stille, ſtille, gute Seele, frage mich nicht aus! Wie vor ſich, aber laut.) Wenn es doch wenigſtens nur einen Schleier haͤtte, das garſtige Laſter, ſich dem Auge der Welt zu entſtehlen! Aber da blickt's ſchrecklich durch den gelben, bleifarbenen Augenring; da verraͤth ſich's im todtenblaſſen, eingefallenen Geſicht, und dreht die Knochen haͤßlich hervor— da ſtammelt's in der halben, verſtuͤmmelten Stimme— da predigt's fuͤrchterlich laut vom zitternden, hinſchwankenden Gerippe— da durchwuͤhlt es der Knochen innerſtes Mark und bricht die mannhafte Starke der Jugend— Pfui, pfui! mir ekelt. Naſen, Augen, Ohren ſchuͤtteln ſich— Du haſt jenen Elenden geſehen, Amalia, der in unſerm Siechenhauſe ſeinen Geiſt auskeuchte, die Scham ſchien


