Teil eines Werkes 
2. Band (1838)
Entstehung
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wird euch immer am hoͤchſten pouſſiren, und da habt ihr noch Ruhm und unſterblichkeit! Seht, arme Schlucker! auch ſo weit muß man hinausdenken! auch auf den Nachruhm, das ſuͤße Gefuͤhl von Unvergeßlichkeit—

Voller. Und obenan in der Liſte der ehrlichen Leute! Du biſt ein Meiſter⸗Redner, Spiegelberg, wenn's darauf ankommt, aus einem ehrlichen Manne einen Hallunken zu machen— Aber ſag' doch einer, wo der Moor bleibt?—

Spiegelberg. Ehrlich ſagſt du? Meinſt du, du ſeyſt nachher weniger ehrlich, als du jetzt biſt? Was heißeſt du ehrlich? Reichen Filzen einen Drittheil ihrer Sorgen vom Halſe ſchaffen, die ihnen nur den goldnen Schlaf verſcheuchen, das ſtockende Geld in Umlauf bringen, das Gleichgewicht der Guͤter wieder herſtellen, mit Einem Wort, das goldne Alter wieder zuruͤckrufen, dem lieben Gott von manchem laͤſtigen Koſtgaͤnger helfen, ihm Krieg, Peſtilenz, theure Zeit und Doctors erſparen— ſiehſt du, das heiß' ich ehrlich feyn, das heiß' ich ein wuͤrdiges Werk⸗ zeug in der Hand der Vorſehung abgeben,— und ſo bei jedem Braten, den man ißt, den ſchmeichelhaften Gedanken zu haben: den haben dir deine Finten, dein Loͤwenmuth, deine Nachtwachen erworben— von Groß und Klein reſpectirt zu werden—

Noller. Und endlich gar bei lebendigem Leibe gen Himmel fahren, und trotz Sturm und Wind, trotz dem gefraͤßigen Magen der alten Urahne Zeit unter Sonn' und Mond und allen Fir⸗ ſternen ſchweben, wo ſelbſt die unvernuͤnftigen Voͤgel des Himmels, von edler Begierde herbeigelockt, ihr himmliſches Concert muſici⸗ ren, und die Engel mit Schwaͤnzen ihr hochheiliges Synedrium halten? nicht wahr?— und wenn Monarchen und Potentaten von Motten und Wuͤrmern verzehrt werden, die Ehre haben zu en Jupiters koͤniglichem Vogel Viſiten anzunehmen?—