er anders eine Copie der wirklichen Welt, und keine idealiſchen Affectationen, keine Compendien⸗Menſchen, will geliefert haben. Es iſt einmal ſo die Mode in der Welt, daß die Guten durch die Boͤſen ſchattirt werden, und die Tugend, im Contraſte mit dem Laſter, das lebendigſte Colorit erhaͤlt. Wer ſich den Zweck vorgezeichnet hat, das Laſter zu ſtuͤrzen, und Religion, Moral und buͤrgerliche Geſetze an ihren Feinden zu raͤchen, ein ſolcher muß das Laſter in ſeiner nackten Abſcheulichkeit enthuͤllen und in ſeiner koloſſaliſchen Groͤße vor das Auge der Menſchheit ſtellen,— er ſelbſt muß augenblicklich ſeine naͤchtlichen Labyrinthe durchwandern,— er muß ſich in Empfindungen hinein⸗ zuzwingen wiſſen, unter deren Widernatuͤrlichkeit ſich ſeine Seele ſtraͤubt.
Das Laſter wird hier mit ſammt ſeinem ganzen innern Raͤderwerk entfaltet. Es löst in Franzen all' die verworrenen Schauer des Gewiſſens in unmaͤchtige Abſtractionen auf, ſkeletiſirt die richtende Empfindung, und ſcherzt die ernſthafte Stimme der Religion hinweg. Wer es einmal ſo weit gebracht hat (ein Ruhm, den wir ihm nicht beneiden), ſeinen Verſtand auf Unkoſten ſeines Herzens zu verfeinern, dem iſt das Heiligſte nicht heilig mehr— dem iſt die Menſchheit, die Gottheit nichts— beide Welten ſind nichts in ſeinen Augen. Ich habe verſucht, von einem Mißmenſchen dieſer Art ein treffendes lebendiges Conterfei hinzuwerfen, die vollſtaͤndige Mechanik ſeines Laſterſyſtems auseinander zu gliedern— und ihre Kraft an der Wahrheit zu pruͤfen. Man unterrichte ſich demnach im Verfolg dieſer Geſchichte, wie weit ihr's gelungen hat.— Ich dente, ich habe die Natur getroffen.
Naͤchſt an dieſem ſtehet ein Anderer, der vielleicht nicht wenige meiner Leſer in Verlegenheit ſetzen moͤchte. Ein Geiſt⸗ den das außerſte Laſter nur reizet, um der Groͤße willlen,
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