Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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ßen, ſobald die zwoͤlf Richter ihre Haͤnde kreuzweis auf den Tiſch gelegt, und geſprochen hatten:es geſchehe bre⸗ toniſch Eherecht!

Es geſchehe alſo! rief Graf Chateaubriant, und ſprang vom Tiſche auf. Dies, Valois ſetzte er hinzu der Du die Provinzen und die Macht der Seigneurs vernichten willſt, ſei Dir ein Stoß in's übermuͤthige Herz!

Darauf holte er Schreibmaterial, und ließ ſich von Gillover die briefliche Forderung vorſagen, um ſie zwoͤlf⸗ mal aufzuſetzen. Das Schreiben ging ihm langſam von der Hand, und er brachte die halbe Nacht damit zu. Un⸗ terdeß hatte Gillover, aller alten Seigneur⸗Charaktere der Bretagne kundig, zwoͤlf Namen vorbereitet, an welche die Schreiben mit Sicherheit auf Erfolg gerichtet werden konnten. Darunter war der letzte der Name Ma⸗

tignon, welcher damals in Blois vergebens von Duprat dem Koͤnige zur Begnadigung vorgeſchlagen worden war, als ein halb normaͤnniſcher, halb bretoniſcher Edelmann, der mit Bourbon ſich verſchworen hatte. Man flüſterte im Lande, er ſei damals dem Henker entflohn, und lebe verſteckt auf ſeinem Schloſſe. Ihm mußte ſolch eine Ge⸗ legenheit zur Rache am Valois doppelt willkommen ſein, und wenn das Geruͤcht log, und er nicht mehr am Leben war, ſo durfte man von ſeinem Bruder die groͤßte Bereit⸗ willigkeit erwarten zu ſolch' einem Racheſtreiche gegen den König. Die letzte Adreſſe ward alſo ohne Vornamen an den regierenden Herrn von Matignon abgefaßt, und Gillover ging nun ſogleich, da der Tag eben graute, in die Wirthſchaftsgebaͤude hinab, um ein halbes Dutzend Knechte zu beſtellen, die ſogleich Pferde ſatteln und die Briefe beſorgen ſollten. Baptiſte war bereits wieder zu⸗ ruͤck, und ihm als dem zuverläͤſſigſten ward der Brief an Matignon aufgegeben, weil der am Weiteſten an der Nord⸗ grenze der Bretagne aufzuſuchen, und weil bei dem Zwei⸗ fel, welcher Matignon jetzt regiere, mit einiger Umſicht zu verfahren ſei. So wurde der einzige Freund Fran⸗ LCoiſens in den entſcheidenden Tagen von ihr entfernt: auf