Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Dieſer Graf Chateaubriant, ſagte ſie zu Lautree, iſt wie ein

unreines dunkles Gewaͤſſer, ich weiß ſeine Tiefe nicht, ich

kenne ſeinen Grund nicht. Sagt immerhin, daß er ſich von

Tag zu Tage gebeſſert habe, daß er bereits auf manches

Geſpraͤch eingehe, ich kann ihm nicht trauen: ſein Auge, ſeine Seele ſind verhuͤllt.

Das waren ſie. Chateaubriant hatte einen ausgebil⸗ deten Plan der Rache gehabt vor Ankunft ſeiner Gattin. Aber in dieſen Plan gehoͤrte nicht die freiwillige Ruͤckkehr derſelben, es gehoͤrte nicht der gefuͤrchtete Lautrec, es ge⸗

hoͤrte nicht dazu, daß ein wochenlanger friedlicher Umgang zorneslaͤhmend einwirken wuͤrde. Denn die Graͤfin betrug

ſich wie die Ergebung ſelbſt in jegliche Strafe, Lautree ver⸗

kleinerte das Unrecht ſeiner Schweſter durchaus nicht, wenn im Geſpraͤche mit dem Grafen dieſem eine herbe Wendung entfuhr, und um Chimene war ein ſo ſtreng keuſches Etwas ausgebreitet, daß der Graf ſelbſt keinerlei rohe Gedanken in ſich auffommen ließ, ſo lange dieſe blaſſe Spanierin ne⸗ ben Francoiſe war.

In dieſer Weiſe gingen die gefuͤrchteten Tage ohne ir⸗

gend ein bedrohliches Ereigniß voruͤber: auch Chimene mußte am Ende ſicher werden, und Lautrec, welchen politi⸗ ſche Pflichten riefen, ziehn laſſen. Er verſprach, bald wie⸗ derzukehren, und troͤſtete damit ſeine Schweſter, welche ſeit ihrer Ankunft in Chateaubriant und trotz aller friedlichen Zeichen trauriger und ſchwermuͤthiger war als damals, da

ſie ohne aͤußere Noth den gefaͤhrlichen Entſchluß der Ruͤck⸗

kehr gefaßt und ausgeführt hatte. Ruͤhrte dies vielleicht daher, daß ſie ſich uͤberfluͤſſiger ſah im Hauſe des Gatten,