Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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der Luft⸗Bruͤcke zwiſchen dem alten und neuen Schloſſe ſtanden, klopfte Lautrec. Niemand antwortete, Niemand offnete. Lautrec drückte auf das Schloß: zu ſeiner Ueber⸗ raſchung gab es nach, die Thuͤr oͤffnete ſich, und ſie ſahen den Grafen und Conſtance inmitten des Zimmers am Spei⸗ ſetiſche, Louiſon hinter dem Stuhle des Kindes, Gillover hinter dem des Grafen.

Conſtance! rief Frangoiſe, und eilte an Lautrec vor⸗ über nach ihrem Kinde, es in ihre Arme ſchließend und mit Kuͤſſen bedeckend.

Das Kind kannte ſie nicht, und ſtraͤubte ſich.

Es iſt Deine Mutter, Conſtance, ſprach der Graf. Darauf erhob er ſich, und begrüßte mit Kaͤlte, aber leidli⸗ cher Höflichkeit Lautrec und Chimenen. An Francoiſe richtete er keine Frage, und beantwortete die ihrigen, welche ſich auf Einrichtungen des Hauſes bezogen, ohne Empfind⸗ lichkeit, ohne Haͤrte, aber freilich eiſeskalt. Daß Conſtance zu ihr in's neue Schloß hinuͤberziehe, das verweigerte er ganz einfach, und ohne einen Grund dafür anzugeben. Der Grund war allerdings einleuchtend genug: Das Kind liebte den Vater, und kannte die Mutter nicht.

Kurz, nach Verlauf einer Woche war Lautrec beruhigt über die Angſt vor irgend einer gewaltſamen Kataſtrophe,

welche vom Grafen uͤber Francoiſe hereinbrechen koͤnne, und er waͤre abgereiſ't, wenn ihn nicht Chimene zu laͤnge⸗ rem Bleiben aufgefordert haͤtte. Nicht weil er deren Hand noch zu gewinnen hoffte, blieb er laͤnger auf Chateaubriant, nein, ſie hatte ihm mit trauriger Offenheit ihr Herz enthuͤllt; ſondern weil Chimene immer noch fuͤr Frangoiſe fuͤrchtete.