freilich nur durch eine ſtrenge Umwandlung ſeines Weſens gut zu machen iſt. Schon war er dicht am Ausgange des Waldes, und ſah die Lichter des hochgelegenen Schloſſes Cognae ſchimmern; da war die Kraft des Roſſes erſchopft: es ſtrauchelte, indem es einem Stamme ausbiegen wollte, und flog mit dem Koͤnige voller Wucht gegen eine andre Buche, alſo daß Roß und Reiter ſchwer verwundet zu Bo⸗ den ſtuͤrzten.
Die Verwundung des Koͤnigs war ſtark und gefährlich: er konnte nicht wieder aufſtehn, ja er konnte nicht rufen, er wurde von Zeit zu Zeit ohnmäͤchtig vor Schmerz.— Es dauerte uͤber eine Stunde, eh das Geſchrei der ſich zu Tode fuͤrchtenden, verlaſſenen Anna Jaͤger herbeizog, es dauerte noch viel laͤnger, ehe man den Koͤnig auffand. Der Fruͤh⸗ lingsmorgen ſtieg ſchon über die Baumkronen empor, als er auf einer Tragbahre unter heftigen Schmerzen auf Cog⸗ nac ankam. Seine erſte Frage war dennoch nach Frangoiſe.
Sie hat dies elfenbeinerne Kaͤſtchen geſendet—
Und? Man ſagt, ſie ſei gegen Mitternacht mit Graf Lautrec
fortgeritten. O, mein Gott! mein Gott!— Oeffne das Kaͤſtchen! Was enthaͤlt's? Einen Klumpen Gold, und dieſen Brief— Oeffne ihn, ich kann meine Haͤnde nicht bewegen, raſch! Halt ihn mir zum Leſen vor! „Dies ſind die Ringe, Spangen und Ketten, welche mir der König geſchenkt; es fehlt nicht der kleinſte Reif daran. Die Briefe und Deviſen, welche er mir geſchrie⸗ 12*
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