Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

174

Gebiete, Frangoiſe! und hierbei warf er ſich vor ihr auf die Kniee, und weinte wirklich,— gebiete, fordre, damit ich meine Scham vergeſſen kann, ich flehe zu Dir, fordre meine Krone!

Ich danke Euch! Es iſt zu ſpaͤt.

Und hiermit wandte ſie ſich nach ihrem Zimmer.

O mein Gott! rief der Koͤnig, und ſtreckte die Arme nach ihr aus, mein Gott, Du haſſeſt mich, Frangoiſe!

Nein, Franz! erwiderte ſie mit derſelben ruhigen Stimme, immer ohne ihn anzublicken, und trat in ihr Gemach. Der Koͤnig und Lautree hoͤrten, daß ſie es hinter ſich verſchloß.

Franz erhob ſich, aufgelöſ't wie man ihn nie geſehn, und ſtuͤrzte Lautrec um den Hals: Oh, Ihr ſeid edel und gut, und nur ich, auf deſſen Schultern ein gefaͤhrdet Koͤ⸗ nigreich laſtet, nur ich werde zu Verirrungen getrieben, die meiner Seele fremd ſind, Lautree, fremd, wildfremd. Erhalte mir meine Francoiſe, meinen guten Engel, Lau⸗ trec, ſonſt bin ich verloren, ſonſt ſind wir alle verloren.

In dieſem Augenblicke toͤnten die Fanfaren der Jagd⸗ hoͤrner von der Rampe herauf, und Florentin trat in das Vorzimmer. Dem Koͤnige nachſpaͤhend hatte er mit Schre⸗ cken entdeckt, daß dieſer zur Graͤfin geeilt ſei; der Daͤmon trieb ihn, endlich einmal zu ungluͤcklicher Stunde, dem Koͤ⸗ nige nach, und als der Koͤnig von den Fanfaren aufge⸗ ſchreckt ſich von Lautrec abwandte, war der Praͤlat der erſte Gegenſtand, welcher ihm in's Auge fiel.

Ha Du, rief Franz, und der wunderbar jache Wech⸗ ſel der Stimmungen bewerkſtelligte ſich in ihm wie ein Blitz,

—