Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

172

uͤber nach Francoiſens Zimmern, um die Forderung zu⸗ ruͤckzunehmen, ſein Unrecht zu erklaͤren und abzubitten. Im Vorzimmer aber trat ihm Lautrec ſchon entgegen, der ſeinerſeits auf dem Wege war, in die Gemaͤcher des Koͤnigs zu dringen, und ſeinem Zorne furchtbaren freien Lauf zu laſſen. Dieſe Begegnung zerſtoͤrte alle Hoffnung für Frangoiſe, denn Lautree uͤberſiel den Koͤnig mit einer ſolchen Fluth von Vorwurf und Schmaͤhung, daß dieſer ebenfalls erzuͤrnt und auf ganz andre Gedanken als Ge⸗ danken der Abbitte kommen mußte. Eine kurze Weile hatte des Konigs perſoͤnliche Stimmung den Vorwuͤrfen Lautrec's widerſtanden, als dieſer aber auf keine Beſchwichtigung hoͤren wollte, und dem Koͤnige den Weg mit den Worten vertrat:„Franz von Valois iſt unwuͤrdig, die Schwelle

einer Graͤfin von Foir wieder zu betreten!“ und dabei die

Hand an den Degen legte, da war des Koͤnigs verſöhnliche Geduld am Ende, und er riß das Schwert aus der Scheide. Auch ihm ſchwollen die Adern des Antlitzes auf, wie Lau⸗ trec, und mit grimmiger Stimme rief er dieſem zu: Tritt zur Seite, frecher Lautrec, oder ich trete auf Deine Leiche!

Lautree war nicht der Mann, einer Drohung ſich zu beugen, am allerwenigſten im Zorne, und in einer ſolchen Herzensangelegenheit. Denn der Stolz des Foir'ſchen Hauſes war ſeinem Herzen ein Lebensintereſſe, und die Schweſter war ihm ſeit Kurzem theurer als je. In einem Nu alſo war ſein Schwert blank, und hier war Koͤnig Franz in groͤßerer Gefahr als damals im Schwerterſtreite mit Chateaubriant: Lautree war ein furchtbarer Fechter, furcht⸗ bar, weil er außerordentliche Geſchicklichkeit, und weil er