Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Maͤdchen der Neigung des Koͤnigs überlaſſen. Sie iſt mein Schützling— hatte ſie geſchloſſen— und ich habe ſie des⸗ halb auch vor Dir bisher wie einen Augapfel behuͤtet; ich werde nun mehr thun, als ſie behuͤten, ich werde ſie Dei⸗ nem Blicke für immer entziehn, wie ſehr es auch weinen mag das ſonſt ſo luſtige Geſchoͤpf!— Und in der That hatte der gewaltſam in's naͤchſte Zimmer eindringende Koͤ⸗ nig das heitere Maͤdchen in Thraͤnen beim Einpacken ihrer Putzſachen gefunden.—„Wartet bis zum naͤchſten Mor⸗ gen!“ hatte der Koͤnig geſagt,„ich werde einen Ausweg ſuchen. Wo iſt Margaretha 20— Man hatte es nicht ge⸗ wußt. Wahrſcheinlich ſei ſie ſchon nach Angoulème voraus.

Mit dieſen Eindruͤcken kam der Koͤnig zuruͤck nach dem Zimmer, in welchem Florentin mit dem fertigen Briefe ſeiner harrte.

Was haſt Du da geſchrieben? Das i*ſt an die Graͤfin? Prieſter, das iſt ja meine Handſchrift! Bin ich bloͤdſich⸗ tig, oder biſt Du ein Verbrecher?

Ich bin ein Verbrecher, Sire. Oder vielmehr meine Hand iſt's, denn ich habe es abſichtslos gethan. Ich hatte mich in Euer Verhaͤltniß zur Graͤfin vertieft, und in Ge⸗ danken auf das Papier geworfen, was bei einer ſo mißli⸗ chen Situation, dem Herzen nicht zu allergroßtem Leide und der Politik doch zum Vortheile, geſagt werden muͤſſe; und dabei war mir ſelbſt die Taͤuſchung ſo groß geworden, daß die Handſchrift der Eurigen ahnlich gerathen iſt.

„Mehr als aͤhnlich— und das wird nicht Dein Vor⸗ theil ſein.“— Dies vor ſich hinſprechend ſchrieb der Koͤ⸗ nig gleichſam um die Handſchriften zu vergleichen, ſein