habe man eine Zeitlang als wahrſcheinliche Koͤnigin be⸗ trachtet, dieſe Graͤfin ſei vermaͤhlt, ihre Stellung zu Euch ſei alſo der ſtrengeren ſpaniſchen Sitte gegenuͤber ein Skan⸗ dal, dieſe Graͤfin habe einen gefuͤrchteten und maͤchtigen Bruder, dieſe Graͤfin endlich ſei bereits oͤffentlich der Hin⸗ neigung zur Ketzerei beſchuldigt worden.
Nun, wo ſoll das hinaus?
Dahinaus, daß wir Lannoy, der ſie zu ſeinem groͤß⸗ ten Erſtaunen jetzt wieder an Eurer Seite findet, einen Beweis geben muͤſſen, Ihr ſeiet keineswegs Willens, das Verhaͤltniß mit der Graͤfin wieder aufzunehmen. Mit die⸗ ſem Beweiſe werden wir leichtes Spiel mit ihm haben, ohne dieſen Beweis freilich moͤchte ich nicht dafür ſtehn, daß wir nicht zu einer unumwundenen Erklaͤrung uͤber den Traktat genoͤthigt wuͤrden, wie ſte doch wahrlich vor einem feſteren Abſchluſſe mit England und Italien nicht an der Zeit iſt. Auch Eures Rufes wegen brauchen wir Zoͤgerung. Jetzt richtet ganz Europa die Blicke auf Euch und auf den Traktat, nach einem halben Jahre aber iſt tauſenderlei Anderes geſchehen, und man hat die Anſicht uͤber den Trak⸗ tat verwirrt.
Aber was ſollte das fuͤr ein Zeichen ſein? Ich kann die unſchuldige Graͤfin doch nicht aus Cognae und aus mei⸗ ner Naͤhe verbannen?!
O nein! Jede Gewaltſamkeit braͤchte uns auch Lautrec auf den Hals, der ohnedies ſehr ſtark auftritt, und jetzt eben erſt, waͤhrend Ihr die Graͤfin holtet, Eurer Frau Mutter eine beleidigende Scene uͤber die vergeſſene Sem⸗ blangayſche Angelegenheit aufſpielte. Und dieſer Lautree
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