daß er allein noch einen;
jetzt erſt erkannte er am Weggange der ihm wertheſten Perſo⸗ nen, an der verlegenen ſtummen Haltung aller uͤbrigen, Werth lege auf dieſe Graͤfin Fran⸗ goiſe, auf dieſe obenein ſo traurige Frangoiſe. Er allein! In Sachen des Geſchmacks allein zu bleiben, das kann den feſte⸗ ſten Mann beirren. Und dabei noch vom Gegenſtande ſeiner Wahl ſo unangenehme Eindruͤcke zu empfinden, wie Franz ſie ſo eben empfand, das iſt Qual, nichts als Qual. Er war wie auf der Folter, und trank haſtig einen Becher Burgun⸗ derweins nach dem andern, theils aus Zerſtreutheit, theils Aus Pietat eine Geliebte neben ſich
um ſich aufuheitern.„2 erhalten!“ dieſer Gedanke, dieſer ihm widerwaͤrtige Gedanke
tanzte wie ein Irrlicht vor ſeinen Augen umher.
Da wurde angekuͤndigt, Lannoy, der Vicekoͤnig von Nea⸗ pel ſei auf Cognac eingetroffen. Faſt haͤtte der Koͤnig aus⸗ gerufen„Gott ſei Dank!“ ſo beduͤrftig war er eines aͤuße⸗ ren Anſtoßes nach andrer Richtung, mochte auch das Thema Lannoy's ein noch ſchwierigeres ſein. Er hob die Tafel auf, und entſchuldigte ſich bei der Graͤfin, ſie der neuen Geſchaͤfte halber nicht zuruͤck begleiten zu koͤnnen. Brion uͤbernahm dieſes Amt der Galanterie, und der Koͤnig bemerkte mit immer ſteigendem Mißbehagen, daß ſaͤmmtliche Anweſende fluͤſternd auf Brion und Francoiſe blickten, und daß offen⸗ bar Jedermann in dieſem Augenblicke an das Madrider Ge⸗ ruͤcht einer Liebſchaft zwiſchen dieſen beiden Leuten dachte.
Foi de gentilhomme, murmelte er vor ſich hin, das geht nicht laͤnger! Ich nehme mich aus wie ein gutmuͤthiger Narr, der nur darum von ſeiner Geliebten nicht verlaſſen ſei, weil er Koͤnig iſt. Das ſtünde mir an! Keine Freude


