Ja. Ich ſelbſt habe ſie herbegleitet.
So?— Deshalb alſo kamt Ihr ſo ſpaͤt nach Bordeaur?
Zum Theil deshalb, Frau Herzogin.
Des Koͤnigs Dienſt war Euch weniger wichtig!
Ich war in des Koͤnigs Dienſte, als ich die Graͤfin Frangoiſe nach Cognac begleitete.
Wie das? riefen die Herzogin Louiſe und Margaretha gleichzeitig.
Der Koͤnig hatte die Graͤfin zu wiederholten Malen dringend gebeten, Schloß Cognae zu beſuchen.
Unbegreiflich! rief Margaretha, waͤhrend die gehalte⸗ nere Louiſe ſich die Lippen zuſammenpreßte.
Was findet Ihr unbegreiflich, Frau Herzogin von Alen⸗ gon? ſprach Lautrec barſch, und trat einige Schritte naͤher.
Es muß uns verwundern, nahm die Herzogin Louiſe raſch das Wort, daß der Koͤnig dieſes Beſuchs mit keiner Sylbe erwähnt, und daß er ihn bei ſeiner Ankunft vergeſ⸗ ſen hat.
Woher wißt Ihr, daß er ihn vergeſſen hatte, daß uͤber⸗ haupt dabei etwas zu vergeſſen war? Graͤfin Francoiſe hat ihm nicht ſchriftlich geantwortet, und ſagt ihm jetzt erſt muͤndlich ihre Antwort.
Graf Lautrec, Ihr nehmt einen Ton an, den—
Den Semblangay hätte annehmen ſollen, ehe es zu ſpaͤt dafuͤr wurde.
Dieſe uͤberdreiſte Anſpielung fiel wie ein Donnerſchlag in die Geſellſchaft, und die Herzogin Louiſe ward purpur⸗ roth. Ehe ſie indeſſen etwas erwidern konnte, trat der Koͤnig in den Saal. Er fuͤhrte die Graͤfin Frangoiſe am Arme,


