Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Aus alle dem erklaͤrt ſich, mit welchen Augen die Tafel⸗ geſellſchaft in Cognac die Erſcheinung der Graͤfin Frangoiſe anſah. Außer Brion und Lautrec nahm Niemand im Saale freundlichen Antheil an ihr.

Dieſe Beiden blieben denn auch ganz vereinzelt, und Brion, der in Verlegenheit war, trat zu jenem. Es bedurfte ganz des kriegeriſchen Stolzes eines Lautrec, um dieſem Ge⸗ fluͤſter, dieſen Blicken Trotz zu bieten, um einen lauten Aus⸗ bruch beſonders in der Gruppe zu verhindern, welche ſich um die Regentin gebildet hatte. Lautrec war der Mann dazu: ſeine ſtrengen, feurigen Augen hielten Alle im Zuͤgel, ja, die Verſtaͤrkung durch Brion's Zutritt ſchien ihm faſt unerwuͤnſcht zu ſein. Die zahlreiche Geſellſchaft erſchrack ſogar trotz ihrer Uebermacht, als Lautree ploͤtzlich die Stimme erhob und der Regentin zugewendet ſprach: Wuͤnſcht die Frau Herzogin von Angoulöme etwas von mir, daß ſie mich ſammt ihrer Umgebung ſo aufmerkſam betrachtet?

Selbſt die dreiſte Herzogin ward durch dieſe Heraus⸗ forderung beſtuͤrzt. Lautree war vielleicht der einzige Mann, vor dem ſie Scheu hegte, und bei deſſen Anblick ſich etwas von Gewiſſen in ihr erhob. Sie geſtand ſich's kaum, daß ſie ihn haßte wie ihren ſchlimmſten Feind, die Scham uͤber die Semblangayſche Erinnerung hielt dies Geſtaͤndniß in ihr zuruͤck. Dennoch erwiderte ſie nach einer Pauſe:

Man fragte ſich allgemein, ob auch Ihr uͤberraſcht ge⸗

weſen ſeid von der Nachricht, daß die Graͤſin Chateaubriant

auf Cognac ſei. Nein. Ihr wußtet alſo davon?