Briefe, und wirkte andrerſeits nur auf den Akt ſeiner Thronentſagung. Dieſer hatte den letzten entſcheidenden Anſtoß dadurch erhalten, daß er ſich auch in ſeiner perſoͤn⸗ lichſten Welt machtlos geglaubt hatte. Als er erfuhr, daß dies ein Irrthum geweſen ſei, verſank auch die Idee der Ab⸗ dankung mehr und mehr vor ſeinem wieder auflebenden Selbſtvertrauen. Er erinnerte die Regentin nicht daran, die Akte dem Parlamente vorzulegen, und fand es doch auch natuͤrlich nicht fuͤr noͤthig, dieſer Regentin, welche er Fran⸗ goiſen abgeneigt wußte, auseinander zu ſetzen, aus welchen inneren Gruͤnden er zur Abdankung getrieben worden, aus welchen inneren Gruͤnden er jetzt davon zuruͤckgekommen ſei. So erfuhr Louiſe nur durch Florentin, daß wieder Bo⸗ ten nach Foix geſchickt wuͤrden, und daß das Verhaͤltniß wohl noch nicht ganz beendigt ſei. Sie huͤtete ſich wohl, davon etwas verlauten zu laſſen, ſie beharrte unwandelbar dabei, Graͤfin Frangoiſe habe ſich unwuͤrdig betragen, und ſei eine verlorene Frau. Kein Menſch zweifelte daran, ſelbſt Nar⸗ garetha nicht, ja ſelbſt Budé gewann durch Marot's Verſi⸗ cherung nicht eine beſtimmte Ueberzeugung von der Unſchuld Frangçoiſens. Marot war auch ihm ein verdaͤchtiger Zeuge, theils weil das Geruͤcht, welches ihn damals in Fontaine⸗ bleau in die zweideutige Aufführung und Abreiſe verwickelt hatte, jetzt wieder Bedeutung gewann, theils weil er als heiterer Poet das Vertrauen auf gewiſſenhafte Wahrhaftig⸗ keit nicht für ſich hatte. Und außer gegen Budé durfte Ma⸗ rot gar nicht wagen, eine Rechtfertigung der Graͤfin zu ver⸗ ſuchen: die Regentin war allmaͤchtig, und haͤtte ihn zer⸗ malmt.
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