Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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nac, mein Fraͤulein! Aber das Schloß iſt klein; Montpe⸗ zas! Die Jaͤger ſollen Stunde fuͤr Stunde den Wald ab⸗ ſpuͤren, der Wald iſt groß, ſein Moos iſt weich, und ſollen Stunde fuͤr Stunde die Jagd bereit halten.

Fuͤr morgen fruh?

Ach was! Ein ſchlechter Jaͤger, der ſein Wild nur ein⸗ kreiſet, wenn es ruht! Fuͤr jeden Augenblick! Fuͤr den Abend, fuͤr die Nacht, was weiß ich, wann die Stunde des Verlangens ſchlagen wird!

Lautrec mußte dem Koͤnige folgen zu politiſcher Be⸗ rathſchlagung, und die Regentin, welche Francoiſe geſehn hatte, und deren Bruder nicht aus dem Auge laſſen wollte, folgte ihnen, und trieb den Koͤnig vom Rathe zur Tafel. Sie uͤberſah den Zuſammenhang und die wahrſcheinliche Folge noch nicht, ſie wollte zunaͤchſt die unvermeidliche Be⸗ gegnung Frangoiſens mit dem Koͤnige verzoͤgern.

Das ſchien nicht ſchwer zu ſein; der Koͤnig hatte das heitere Fraͤulein Anna neben ſich bei Tafel ſitzen, war guter Dinge, und trank in vollen Zuͤgen den Wein von Burgund, den er ſo lange entbehrt hatte. Er vergaß daruͤber, daß der habſuͤchtige Kaiſer den Boden dieſes Weines in Anſpruch nehme, daß Lannoy vor der Thuͤr ſein, daß die eigentliche Liebe ſeines Herzens, die arme Frangoiſe in ſchmerzlicher Verlaſſenheit ſein koͤnne.

Ach, das war ſie! Sie wußte den Koͤnig im Schloſſe, wußte ihn umgeben von ihren Feinden, erfuhr, daß er zur Tafel gegangen ſei mit all dem gleichguͤltigen Troß des Ho⸗ fes, und erhielt kein Lebenszeichen, nicht das geringſte Zei⸗ chen des Andenkens von ihm! Hatte er ihrer geſpottet,