wollen wir fliehn, und uns unnahbar verbergen. Jetzt iſt Alles gut, auch Lautrec, der gute Lautree iſt fuͤr mich, ich werde mein Leben im ſtillen Gluͤck der Seele beſchließen. Nur Eins will ich mir noch goͤnnen, ich will dieſen Park ge⸗ nießen, der ſeine Jugend geſehn, der ihm ſo theuer iſt, den Ulmenbaum will ich ſehn und umarmen, unter welchem er geboren wurde, und mit dieſen Eindruͤcken will ich ſcheiden!
Bei dieſen Worten war ſie hinaus geeilt auf den Sol⸗ ler, um jetzt mit Bewußtſein dieſe Gegend, die ihrem Ge⸗ liebten ſo werth, zu uͤberblicken. Ehe Chimene aber ſie ein⸗ holen konnte, hoͤrte ſie einen befremdlichen Ausruf Frangoi⸗ ſens, und ſah dieſe in groͤßter Aufregung zuruͤckkommen. Gerade als ſie auf den Soͤller hinaus getreten, war die Re⸗ gentin mit Florentin und großem Gefolge auf der Rampe angelangt, und hatte zu ihr heraufgeblickt.
Es iſt zu ſpaͤt zur Flucht, Chimene!
Sie wird nicht noͤthig ſein.
Der Koͤnig! Der Koͤnig, Frangoiſe! rief Margot, die in's Zimmer ſtuͤrzte. Nun raſch an die ſchoͤnen Kleider! Er ſteigt ſchon vom Pferde! Mein ſchlechter Florentin iſt auch da! Stille Jacques!
Der Koͤnig war in unſteter Stimmung, das ſpaniſche Gewiſſen peinigte ihn: er hatte Lannoy's Geſandten in Bayonne erwidert, die Burgunder müßten doch erſt befragt werden, ehe ſie einem neuen Herrſcher uͤbergeben wuͤrden! Er hatte gleich nach ſeiner Ankunft in Bayonne an Heinrich von England geſchrieben, und eine lebhafte Verbindung mit dieſem gegen den Kaiſer, welche Louiſe vorbereitet, feurig angenommen. Er hatte die ebenfalls vorbereiteten Intri⸗


