denn die Zukunft der Freundin war die ihrige. So mochte wohl eine halbe Stunde verſtrichen ſein, da wurde ihr Blick plötzlich gefeſſelt: am aͤußerſten Ende der Ulmen⸗Allee ſtieg eine Staubwolke auf! Es iſt ein Zug von Reitern, es wird der Koͤnig ſein!
Raſch eilte ſie zu Francoiſe. Dieſe ſtand mitten im Zimmer, einzelne Zaͤhren rollten ihr uͤber die blaſſen Wan⸗ gen, aber ein ſanft heitrer Ausdruck der Zuͤge verkuͤndigte Chimenen, die Wirkung der Briefe ſei eine günſtige gewe⸗ ſen. Wie haͤtte es auch anders ſein koͤnnen! Eine ſolche Liebe, auch wenn ſie ſich auf dem ſtolzeſten Standpunkte der Entſagung glaubt, bedarf der Hoffnung, greift nach der Hoffnung, wie das Herz, welches ein im Herzen verzweifeln⸗ der Menſch erſticken will, nach Lebensluſt ringt.
Wir ſind in Cognac, Chimene? fragte ſie mit halblau⸗ ter Stimme, und die Stimme bebte, als ob ſie ſchwankte zwiſchen Furcht und Gluͤck.
In Cognac. Haſt Du es nicht geahnt?
Ach, ich habe es gewußt, daß er ſo ſchreiben wuͤrde, und ich habe mich vor dieſer Freude gefuͤrchtet, und fuͤrchte mich noch davor, denn ſie hat keine Dauer zwiſchen ſo verſchiede⸗ nen Charakteren, wie wir verſchieden ſind, Franz und ich!
Die Groͤße des Gluͤcks wird ja nicht nach der Dauer des Gluͤcks geſchaͤtzt!
Rein, nein! Aber der neue Schmerz, der hinter der Verſöhnung harrt, wird mich toͤdten! Mag er's! Nein, Chi⸗ mene, nein! So ſoll es endigen das Verhaͤltniß, wie es jetzt ſteht, ſo iſt es ſchoͤn und edel, und ich kann ruhigen Herzens den Tod erwarten. Dies will ich ihm ſchreiben, und dann
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