Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Als Lautree kam, ritt der Koͤnig weiter, um noch zum Abende in Bayonne zu ſein; er goͤnnte dem Pferde wenig Ruhe, und fragte den Marſchall in dieſen ſeltenen Pauſen nur nach politiſchen Dingen.— Endlich ſahen ſie die Ka⸗ thedrale von Bayonne, die allein uͤber die Graswaͤlle dieſer einfach gelegenen Stadt emporragte. Die Nachmittagsſonne ſpiegelte ſich noch auf den Fenſterſcheiben der Kirche. Unter zwei großen Platanen⸗Baͤumen, denen freilich das Laub noch fehlte, war ein Zelt aufgeſchlagen, und der Koͤnig erkannte von Weitem Mutter und Schweſter, die auf die Straße her⸗ vortraten. Er ſprang vom Pferde, umarmte ſie lange, und ſah ſich dann im Kreiſe der Herren und Damen um, Bekannte zu begrüßen—„foi de gentilhomme, Chimene!“

rief er ploͤtzlich vor einer jungen Dame aus, welche laͤchelnd

zuruͤcktrat, und ſchelmiſch erwiderte, ſie hoffe nicht, eine Chimaͤre zu ſein!

Chimene von Infantado! Nein?— Nein—

Nein, mein Sohn, ſprach die Regentin, welche mit dem Ausdrucke laͤchelnder Genugthuung zugeſehn, dieſe Dame iſt eine gute Franzoͤſin meines Hofes, Anna von Piſſeleu, Fraͤulein von Heilly genannt.

Nicht moͤglich?!

Ich bin ganz erſchrocken, daß Eure Majeſtaͤt mir durch⸗ aus keine Exiſtenz zugeſtehn wollen! ſagte die Dame luſti⸗ gen Tones.

Sie hatte in der That eine uͤberraſchende Aehnlichkeit mit Chimene, und es waltete hierbei kein Zufall. Von des Koͤnigs Vorliebe fuͤr dieſe Spanierin unterrichtet, hatte die Regentin den Maler Jean Couſin bloß darum mit Floren⸗

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