Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Blick ſchweifte die Höhen von Andaie aufwaͤrts, er bebte vor Begierde, den Fuß auf ſeines Reiches Boden zu ſetzen, und ehe der Kahn angelegt war, ſprang er an's Ufer.„Nun bin ich wieder Koͤnig!“*) rief er aus, ſprang ohne Huͤlfe des Steigbuͤgels auf das vorgefuͤhrte tuͤrkiſche Pferd, und jagte in vollem Roſſeslaufe den Berg uͤber Andaie hinauf, ohne die Ueberfahrt ſeiner Begleiter, ohne Lautrec und deſ⸗ ſen Geleit abzuwarten. 3

Lannoy ſah ihm vom andern Ufer nach, und ſchuͤttelte das Haupt, er mochte in dieſem Augenblicke wenig Ver⸗ trauen haben zum Traktate von Madrid, und hielt es fuͤr rathſam, ihm ſogleich einen Abgeſandten nach Bayonne nachzuſchicken, um an die Vollziehung des Traktates mahnen zu laſſen.

Koͤnig Franz ritt in einem Roſſeslaufe den maleriſchen Weg, der bergauf bergab mehrere Stunden weit nach St. Jean de Luz fuhrt, und dort erſt griff er dem ſchweißtriefen⸗ den Thiere in den Zuͤgel. Dort an der Bruͤcke, wo die Mee⸗ resfluth herauftritt bis an einen hohen Berg hinter der Stadt, wartete er Lautrec's und der Uebrigen, und ließ ſich anreden und begluͤckwuͤnſchen von ſeinen Franzoſen, indem er lachelnd und ſchweigend ſie betrachtete und von den Er⸗ friſchungen genoß, welche ſie herbeitrugen, als ob ein Heer zu ſpeiſen und zu traͤnken ſei. Die Sonne ſtand im Mittage und ſchien heiß herab auf dieſe erſte Stadt Frankreichs, die ſich an den Fuß des Gebirgs und Meeres zugleich lieblich gebettet hat.

*)„Me voici roi derechef!? Laube, Chateaubriant. III.