Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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eine Liebe iſt ja wie ich ſehe das Ruͤhrendſte auf der Welt, und mit ſolchen Geſinnungen Koͤnigs Franz und an meinem Arme ſoll die Raͤnkeſucht der Angouléme wohl niederzuhal⸗ ten ſein.

Der gute Lautrec kannte den Zuſammenhang der Dinge nicht, und war geblendet wie ein Juͤngling von der Sprache des Koͤnigs. Ueber den Friedenstraktat wußte er nichts Genaues, alſo auch nicht uͤber die darin einbegriffene Hei⸗ rath Eleonorens, von der es allgemein hieß⸗ ſie ſei vom Kai⸗ ſer dem Connetable verſprochen. Er hatte alſo dem Aus⸗ drucke der Briefe nach nichts weniger als das vor Augen, was alle Welt läͤngſt aus dem Reiche der Moͤglichkeit geſtri⸗ chen hatte: eine Erhebung ſeiner Schweſter auf den Thron von Frankreich.

Und nun ſah er in dieſer ihm neuen poetiſchen Stim⸗ mung die von Schmerz gepeinigte abgehaͤrmte Schwe⸗ ſter, welche im Kampfe zwiſchen Stolz und Liebe um viele Jahre gealtert war, die um nichts in Thraͤnen ausbrach, was fehlte zu ſeinem Entſchluſſe, hier die Zuͤgel in die Hand zu nehmen, welche ſeines Erachtens nur durch Ungeſchick verworren ſeien?

Sanſt wie er nie gethan ſchalt er Frangoiſe, daß ſie die rauhe Jahreszeit in ſo rauhem Gebirgslande verbringe bei ihrer offenbar angegriffenen Geſundheit, er ordnete Al⸗ les zur Reiſe an, er ſchickte insgeheim Guernard nach Cog⸗ nac voraus, er verſprach der Schweſter, die ach ſo gluͤcklich war über die ſo warme Theilnahme des Bruders! ſie in milde Luft zu fuͤhren, er ließ eine Senfte ruͤſten, er fuͤhrte ſie nach Toulouſe, er geleitete ſie, nachdem er ihr dort Ruhe