Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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eine andere Perſon als an ſeine Schweſter gerichtet haͤtte er ſie vielleicht thoͤricht gefunden. Unter dieſen Umſtaͤnden fand er ſie ruͤhrend; ſie ſchmeichelte ſeinem Foirſchen Stol⸗ ze; denn ſie war der innigſte Ausdruck liebevoller Theil⸗ nahme und Achtung, welche Koͤnig Franz jemals einer Da⸗ me gewidmet hatte, und er hatte auch niemals im Einfluſſe einer Situation geſchrieben, welche fuͤr den Eindruck auf einen ſtrengen Mann gleich Lautree ſo guͤnſtig geweſen waͤre als die damalige in Madrid.

Lautrec ſtand lange wortlos, nachdem er die Briefe beendigt: ſie wirkten nicht nur auf ſeinen Rath für die Schweſter, ſie wirkten auf ſeine eigene Welt. Ein leiſes Weh flocht ſich um ſein Herz, und er ſprach unwillkuͤhrlich und mit ungewoͤhnlich milder Stimme: Warum habe ich nie etwas davon erfahren?

Nie? fragte Chimene. Was iſt's Beſonderes? Mir ſpricht er nur davon, ſie nach Cognac zu fuͤhren—

Lautrec läͤchelte und betrachtete mit aufmerkſamem Auge, wie ernie vorher gethan, die blaſſe Spanierin. Fuͤhrt mich zu Frangoiſe! ſprach er nach kurzer Pauſe.— Wir wollen mit ihr berathſchlagen!

Das iſt nicht moͤglich, Graf! Sie iſt feſt entſchloſſen, ihn nicht wiederzuſehn. Haltet Ihr's fuͤr rathſam, ſie nach Cognac zu geleiten, ſo darf ſie nicht ahnen, daß es des Koͤ⸗ nigs Schloß ſei, und daß der Koͤnig ſelbſt es betreten koͤnne. Bedenkt auch, daß ſie kuͤnftig mehr als fruͤher Eures vollen Schutzes gegen die ihr uͤbelwollende Regentin beduͤrfen wuͤrde—

Gott helfe mir! daran ſoll's ihr nicht fehlen! Solch