Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

vergeben, daß ſie ihm ſeinen italieniſchen Feldzug durch Unterſchlagung der Hilfsgelder vernichtet, und ſeine weit ausſehende Kriegslaufbahn beeintraͤchtigt hatte. Es ver⸗ droß ihn jetzt, in ſo anmaaßendem Tone mehrere Wochen fruͤher als noͤthig ſchien nach Bordeaur beſchieden zu wer⸗ den. Ihre letzten Tage der Alleinherrſchaft verherrlichen zu helfen war keineswegs nach ſeinem Geſchmacke.

In ſolcher Stimmung kam er auf ſein Schloß Foix, und ward von Chimene in der Halle empfangen. Die leidende Francoiſe verlaſſe ſelten ihr Zimmer, wiſſe noch nichts von ſeiner Ankunft, und bleibe auch beſſer ſo lange daruͤber in Unkenntniß, bis er uͤber alle Einzelnheiten ihrer Lage un⸗ terrichtet und zu irgend einem Vorſchlage der Aenderung ausgeruͤſtet ſei. Eine ſolche Aenderung ſei unerlaͤßlich: Francoiſe verzehre ſich; ſie liebe den Koͤnig jetzt wie ſonſt, verſchließe dies gewaltſam vor ſich ſelbſt, und habe hart⸗ naͤckig bisher alle Verbindung mit dem Koͤnige, deren ſie wie der Lebensluft beduͤrftig ſei, zuruͤckgewieſen. Auch ich war der Meinung, ſetzte Chimene hinzu, daß ſie mit dem Koͤnige, der ihre Liebe mißhandelt, fuͤr immer brechen muͤſſe, aber jetzt bin ich rathlos, ſeit ich ſehe, daß dieſer Bruch ſie unzweifelhaft toͤdtet.

Beſſer ſterben, als unwuͤrdig um Leben betteln!

So ſteht es nun wohl ſeit unſrer Abreiſe von Madrid nicht, ſondern der Koͤnig hat fortwaͤhrend die Stellung des Bittenden eingenommen: er hat zu drei Malen geſchrieben, und Francoiſe hat keinen Brief geoͤffnet, ſie hat alle an den Koͤnig zuruͤckgeſchickt.

Ihr koͤnnt alſo nur vermuthen, daß der Koͤnig darin um