der Gedanke flog nur einen Augenblick lang dieſe wunder⸗ liche Blendung uͤber des Kaiſers Auge, er hob ein Wenig das Haupt, als jage er dies Erbtheil der wahnſinnig ge⸗ wordenen Mutter von dannen, und als beſinne er ſich, daß er dieſem poetiſchen Koͤnige der Illuſionen nur nuͤch⸗ ternen Verſtand entgegen zu ſetzen habe.
So geſchah es denn auch: er machte den fieberhaft aufgeregten Koͤnig reden, und hielt durch ſparſame und immer zuvorkommende Einrede den angefangenen allgemei⸗ nen Ton der Unterredung feſt wie den Zuͤgel eines in be⸗ ſtimmte Gangart geſetzten Roſſes. Allerdings blieb der Eindruck der Liebenswuͤrdigkeit, des großen koͤniglichen Stils fortwaͤhrend auf Seiten des Koͤnigs Franz, auch fuͤr die Spanier, welche mit gerunzelter Stirn und Augen⸗ braue dem kargen Weſen ihres Herrſchers zuſahen. Aber der endliche Sieg mußte dem Kaiſer bleiben, deſſen Worte und Verſprechungen alle gewogen waren..
Eine feine Hand— ſagte er mit der angedeuteten Ab⸗ ſicht, die Zwieſprache zu endigen— kommt uns zu Hilfe, uns freundlich und ſanft auseinander zu bringen: die verwit⸗ wete Frau Herzogin von Alençon, Eure Schweſter hat an mich geſchrieben um freies Geleit, und ich denke, dieſe geiſtreiche Dame in den naͤchſten Tagen kennen zu lernen, und Euch zuzufuͤhren.
Dabei erhob ſich der Kaiſer, und wenn je ſo war jetzt der Augenblick gekommen, irgend eine beſtimmte Zuſage von ihm zu verlangen. Koͤnig Franz, dem die Nervenanſpan⸗ nung wie immer wohlgethan, und der ſich bereits wieder ſol kraͤftig fühlte, daß er keine Stuͤtze mehr bedurfte, empfand


