Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Wir wuͤnſchen wie Ihr ein ehrenvolles Ende dieſer mißli⸗ chen Gefangenſchaft; gebt unſerm Koͤnige nicht gerechten Anlaß zu neuer Verzoͤgerung!

Brion ging haſtig nach dem Alcazar zuruͤckGat⸗

tinara iſt neben dem Koͤnige, wie ich ſehe rief ihm der Herzog von Infantado nachund er hat dem Koͤ⸗

nige bemerkt, wenn er ſeinen Gefangenen ſaͤhe, ſo ſei der Gefangene dadurch ſo gut wie frei, denn es kaͤme ein Koͤ⸗ nig zum andern

Brion hoͤrte das Ende dieſer Rede nicht; er hatte den bekannten ſchwarzen Hut Bourbon's in der Schaar erblickt, ihm ſchwoll das Herz vor Zorn und Angſt, daß ſein ge⸗ feierter Koͤnig zerſtoͤrt, perſoͤnlich nichtig in ſo entſcheiden⸗ dem Augenblicke erſcheinen ſolle, in einem Augenblicke, der wenigſtens gewiß eine perſöͤnliche Genugthuung zu Wege gebracht haͤtte, wenn Koͤnig Franz in der ihm ſonſt eigenthuͤmlichen vornehmen Gewalt erſchienen waͤre.

Und doch ſah er wohl ein, daß die Freiheit Aller auf dem Spiele ſtand, ach, Montmorency und er duͤrſteten darnach wie Wuͤſtenwanderer nach einer Quelle!

In dieſer zwieſpaͤltigen Stimmung, welche den dar⸗ gebotenen Vortheil ausgebeutet und doch auch den franzoͤ⸗ ſiſchen Stolz nicht ausgeſetzt ſehn wollte, trat er wieder in des Koͤnigs Gemach, und beſtaͤtigte mit krampfhaftem Haͤn⸗ dedrucke dem fragenden Montmorency, es ſei der Kaiſer. Noch mehr, ſetzte er mit gepreßter Stimme hinzu, er iſt ſchon an der Schwelle! Was thun mit unſerm kranken Herrn, der ein Bild des Jammers darſtellt, ſtatt zunſern ſtolzen Koͤnig darzuſtellen!?