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Koͤnig Franz zeigte nicht die geringſte Theilnahme an dieſer wichtigen, ſo lange ſchmerzlich erſehnten Nachricht. Brion erſchrack bis in's Innerſte bei der Bemerkung, daß der verhaßte Gegner nun gerade in einem Augenblicke ein⸗ treffen ſolle, da die ſonſt ſo maͤchtige Perſöoͤnlichkeit des Kö⸗ nigs von Frankreich voͤllig zerbrochen und unmaͤchtig ſei, um von einer perſoͤnlichen Zuſammenkunft, für welche ſo Viel geopfert worden, nur den geringſten Vortheil zu ziehn.— Haſtig eilte er hinaus, um im Palaſte Infan⸗ tado genauere Kunde einzuholen.
Es war der Kaiſer! Als Brion in die Halle des Pa⸗ laſtes trat, von wo man die Hoͤfe und den Platz nach der Stadt hin uͤberſehen konnte, erblickte er ſchon den Zug rei⸗ tender Trabanten, welche in der roth und ſchwarzen Tracht und mit den blank gezogenen Pallaſchen in der Mittags⸗ ſonne ſchimmerten, und langſam in den erſten Hof einritten auf ihren koloſſalen pechſchwarzen Hengſten aus Nieder⸗ land. Hinter ihnen kam uͤber den Platz eine breite Schaar
berittener Herren—„Es iſt der Koͤnig von Spanien!“ rief der eilig zu ihm tretende Herzog von Infantado— „eilt hinuͤber, Herr Chabot de Brion, es Eurem Koͤnige anzuſagen.“
Dies iſt Sache des ſpaniſchen Koͤnigs! erwiderte die⸗ ſer nach kurzer Pauſe, waͤhrend welcher er ſtarr auf die naͤher kommende Schaar blickte, um die Perſon des Kai⸗ ſers heraus zu finden— der Koͤnig von Frankreich wird ſchwerlich heute zu ſprechen ſein. 1
„Um Chriſti willen, Herr Chabot de Brion, in die⸗ ſem wichtigen Augenblicke keine kleinliche Empfindlichkeit!


