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Einrichtung beſtehenden Gemaͤcher des Alcazars gewaͤhr⸗ ten, erhoͤhte nur das Peinliche der Lage: das Schlafzim⸗ mer des Koͤnigs war ungemein ſchmal, und empfing nur wenig Licht von der Gartenſeite. Dem Beduͤrfniſſe heiße⸗ ſter Laͤnder gemaͤß waren auch in Spanien die arabi⸗ ſchen Haͤuſer ſo eingerichtet, daß ſie üͤberall faſt eben ſo breites Mauerwerk als Zimmerbreite enthielten, und ſchon zu damaliger Zeit, als doch erſt die Uebergaͤnge vom engen Feudalſchloſſe zum Palaſte ſich bewerkſtelligten, fand der von Italien nach Spanien verſetzte Seigneur oder Kunſtler ſelbſt die beruͤhmte Alhambra in dieſem Betracht unter ſeiner Erwartung. Der Alcazar zu Madrid aber konnte gar keinen Anſpruch machen auf einen Vergleich mit den vorzüglicheren Bauwerken der mauriſchen Zeit; die Mauren hatten der duͤrren kaſtiliſchen Hochebene Madrids durchaus nicht die Wichtigkeit beigelegt, welche ſie unter den ſpaͤteren chriſtlichen Koͤnigen erhielt, und welche ſie auch, in Deutſchland der Mark vergleichbar, viel mehr dem energiſchen Charakter der Bewohner als ihren natuͤrlichen Vorzügen verdankte. Dazu waren die kleinen Fenſter des Alcazars ringsum durch hoͤlzerne Schirme geſchloſſen, und es herrſchte in den kleinen Zimmern und ſchmalen Gaͤn⸗ gen ein immerwaͤhrendes Halbdunkel, welches die truͤbe Stimmung Brions und Montmorency's noch erhoͤhte.
Es war um die Mittagszeit, als ſie durch Kanonen⸗ ſchuſſe uͤberraſcht wurden. In kleinen Pauſen folgten ſich dieſe regelmaͤßig, und von ihren Sitzen auffahrend riefen die beiden Seigneurs einſtimmig: Das muß der Kaiſer
ſein!


