Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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Zieh voruͤber, zieh voruͤber, Treue brichſt Du allerwegen

Meine Arme ſind verſchloſſen;

Doch mein Herz iſt voller Segen

Ach fuͤr Dich, Du biſt der Koͤnig!

Die Abweſenden haben Unrecht! Das lag ſo tief im Blute des Koͤnigs Franz, daß ihm gar kein beſonderes Nachdenken erweckt wurde uͤber die Gleichguͤltigkeit, welche er gegen Frangoiſen's verkuͤndigte Ankunft bewieſen hatte. Denn verſtanden hatte er es ganz wohl, daß ſie es ſei, von welcher die geheimnißvolle Dame ſprach, als ſie auf eine Begleiterin Margarethens hindeutete. Aber was da wei⸗ ter? Sie war noch nicht da, ſie war ſeit einem Jahre fern von ihm, was kann ſich Alles in einem Jahre veraͤndert haben an Schoͤnheit, an Verſtand, an Intereſſe! Nicht daß er gedacht haͤtte: Du liebſt Francoiſe nicht mehr, oder: ſie wird nicht mehr ſchoͤn, ſie wird Dir in dieſem Au⸗ genblicke laͤſtig ſein! Nichts von alle dem! Aber ſie war nicht da, die Liebe zu ihr ſchwieg; vielleicht wird ſie wie⸗ der laut ſprechen, wenn er ſie erblickt; er beſchaͤftigt ſich aber nicht mit einem Vielleicht des Intereſſes, er braucht unmittelbares Leben, er iſt in vollem Antheile für die ge⸗ heimnißvolle Dame, die ihm geſtern nach Beendigung der wunderlichen, aber himmliſch geſungenen Romanze kein weiteres Lebenszeichen gegeben hat. Die ganze Nacht hin⸗ durch hat er die eigenthuͤmliche, wunderbar wohllautende Betonung gehoͤrtAch fuͤr Dich, Du biſt der Koͤnig! Es giebt keinen feineren Reiz als den der Stimme, er