Teil eines Werkes 
3. Band (1846)
Entstehung
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zuruͤck. Der Koͤnig ſah und hoͤrte nichts; der Wieder⸗ kehr harrend ſtand er unbeweglich am Gitter; die Luft war ruhig, nicht das mindeſte Geraͤuſch ſtoͤrte die naͤchtliche Stille, aber eine Viertelſtunde verging, und kein Lebens⸗ zeichen ließ ſich vernehmen von dem Balkone. Da erklang endlich die Laute, die er ſchon oft gehoͤrt, aus dem dunklen Balkonzimmer, und die Stimme, welche er bereits liebte, erhob ſich, aber es war nicht das wohlbekannte Lied, es war eine kaſtiliſche Romanze, die langſam geſungen Wort fuͤr Wort zu ihm drang:

Kam der Koͤnig vom Gebirge,

Ritt ein rabenſchwarzes Roß,

War der ſchoͤnſte, ſchwarz von Augen, Unter einem ſchoͤnen Troß,

War ein Koͤnig, ganz ein Koͤnig! Hielt er ſtill am Felſenſchloſſe Unter ſteinernem Balkone:

Warum, rief er, blaſſes Maͤdchen, Bleibſt Du fern von meinem Throne, Von den Armen Deines Koͤnigs?

Niemand ſah das blaſſe Maͤdchen, Und nur er vernahm die Stimme: Ach ich fuͤrchte mich, mein Koͤnig, Vor der Liebe Luſt und Grimme, Vor der Liebe eines Koͤnigs!

Denn der Koͤnig und die Sonne Sehn zu Viel, um treu zu ſein, Und der Herzen gar zu viele Hoffen auf den goldnen Schein Einer Sonne und des Koͤnigs!