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gung, an große Unternehmung gewoͤhnt, ward durch die Gefangenſchaft bis zur Verzweiſtung gepeinigt, und ward dadurch zu uͤbertriebenen Entſchluͤſſen für ſich und gegen
— ſich gedraͤngt. Die letztere Richtung machte ſich denn auch in eben ſolchem Uebermaaße geltend, als die Antwort des Kaiſers eintraf, und die bitterſte Enttaͤuſchung für ihn brachte. Der Kaiſer verlangte nicht weniger als: Bur⸗ gund und die Pikardie für ſich, die Provence und das Dau⸗ phiné außer den fruͤhern Bourbonſchen Läͤndern fuͤr Karl
von Bourbon, und die Normandie, die Guyenne und Gaskogne fuͤr den Koͤnig von England, ſo daß alſo das bereits ſo ſtolze Koͤnigthum Frankreich auf ein eingeengtes Binnen⸗Fürſtenthum zuruckgebracht worden wäͤre. Franz riß ſein Schwert aus der Scheide, ſchrie dem Geſandten des Kaiſers zu„Sagt Eurem Kaiſer, daß ich lieber ſter⸗
ben als darein willigen wolle“ und war im Begriffe, ſich
zu entleiben. Mit großer Mühe ward er daran verhindert.
— Auf die Ueberſpannung nach dieſer Seite folgte denn
nach einigen Wochen neue Abſpannung, und er ließ dem
Kaiſer antragen, daß er all ſeine Rechte auf Italien und Flandern aufgeben, daß er Bourbon in alle verlornen Rechte und Beſitzthümer einſetzen und ihm ſeine Schweſter
3 Margaretha zur Gattin geben wolle— der Herzog von 4 Alengon naͤmlich war vor Scham und Gram einige Wochen nach der Schlacht von Pavia geſtorben— daß er endlich
des Kaiſers Schweſter, die Koͤnigin⸗Witwe von Portugal ehelichen und Burgund als die ihr gehoͤrige Mitgift, welche den Kindern aus dieſer Ehe verbliebe, anerkennen wolle.


