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ergriff ihn jetzt, da er wieder hoffen durfte, ſie dem Koͤ⸗ nige zuzufuͤhren. Er griff wie ein Ertrinkender um ſich, und faßte die Hand des greiſen Duchatel. Dieſer alte wuͤrdige Mann folgte auch ſogleich der Aufforderung, und muͤhſam den leeren Seſſel der Regentin erſteigend gebot er mit maͤchtiger Prieſterſtimme Ruhe.
Er war ein allgemein verehrter Mann: Einer nach dem Andern ſchwieg, als man ihn erblickte und hoͤrte, und er gewann Raum, zu ſprechen und zum Frieden zu mah⸗ nen. Ehe dies indeß wirkſam geſchehen konnte, ſchrie einer der Municipalmaͤnner, welcher hinten im Getuͤmmel ver⸗ blieben war, und welcher den zur Ruhe winkenden und ſprechenden Biſchof noch nicht geſehn und gehoͤrt hatte: Greift zu, Ihr Herren! Es kommt eben Botſchaft vom Gouverneur, daß er ſich zu uns ſchlaͤgt, und uns Waffen ausliefert. Die Valois koͤnnen Frankreich und Paris nicht mehr ſchuͤtzen, wir muͤſſen es ſelber thun! Greift den Budé, der unſre Soͤhne verderben laͤßt durch kauderwel⸗ ſchen Unterricht, und der als Hauptketzer die Noth uͤber uns heraufgebracht hat. Er iſt zwar mager genug— ſetzte der dicke Mann, ein Kupferſchmied, der ſein Viertel mit Nachdruck zu regieren wußte, mit einem Anfluge guter Laune hinzu— mager genug, um einen ſchlechten Braten abzugeben, aber bei ſchlechter Zeit und zur Faſtenzeit ſchickt ſich's nicht anders, greift ihn!
Die Municipalherrn draͤngten ſich hinzu, dieſem Auf⸗ rufe zu folgen, die Regentin zog ſich ſo gut es anging aus dem Tumulte zuruͤck, und ſchien die beiden bedrohten Maͤn⸗


