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ner aufzugeben; Florentin, der ihr zur Seite geweſen, hatte ſtch davon gemacht. Da erhob ſich Margaretha, die bis daher theilnahmlos verblieben war, und draͤngte ſich durch die Menge zu Budé und Duchatel, und griff, als ſie ihre Stimme und ihre Geberden ungehoͤrt und unbeachtet ſah, einem der Parlamentsherrn nach dem Degen, zog ihn raſch aus der Scheide und ſchwang ihn verwegen um die Koͤpfe der nahe zuſammengedraͤngten Aufruͤhrer, ſo daß dieſe theils vom Blitzen, theils vor der leicht verwunden⸗ den Beruͤhrung zuruͤckwichen, und ein leerer Raum, ſo wie eine augenblickliche Stille entſtand. Seid Ihr Fran⸗ zoſen?! rief ſie heftig, dieſen Augenblick der Stille benu⸗ tend,— Nimmermehr ſeid Ihr das! Ihr zeigt Euch roh im Ungluͤcke, roh gegen Frauen, roh gegen Leidende! Kennt Ihr mich? Wißt Ihr, daß ich des Koͤnigs Schwe⸗ ſter, daß ich eine Valois bin, daß ich das grenzenloſe Elend erlebe, von meinem unwuͤrdigen Gatten zu hoͤren, ſeine Feigheit ſei ſchuld am Unglucke bei Pavia!
Deſto ſchlimmer fuͤr uns, ſchrie der Kupferſchmied, wenn die Prinzen von Gebluͤt hinter dem Hochmuthe die Feigheit verbergen.— Iſt's ein Grund, groͤßere Ruͤckſicht zu verlangen, wenn man das Ungluͤck hat, groͤßere Schuld zu haben? ſetzte ein Parlamentsrath hinzu, und die Dazwi⸗ ſchenkunft der Herzogin ſchien die Aufregung nurzu ſteigern. Umſonſt rief der Biſchof Duchatel mit gewaltiger Stimme uͤber den Laͤrm hinweg, und ermahnte zum Frieden, die Parlamentsraͤthe ergriffen eigenhaͤndig den ihnen verhaß⸗ ten Duprat, die Municipalherren ergriffen Budé, und in politiſcher Meinung vereinigten ſich alle zu der offenbar


