Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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her immer weiter vom Platze der Herrſchaft entfernt, und wird Euch, wenn Ihr ſo fortfahrt, noch weiter davon ent⸗ fernen

Bei dieſen Worten kam der Diener mit brennenden Wachskerzen zuruͤck, ſtellte ſie auf den S chreibtiſch der Re⸗ gentin und legte Siegelwachs, Seidenfaden und Petſchaft daneben. Aber es folgten ihm auf dem Fuße eine Menge halb herrenmaͤßig halb buͤrgermaͤßig gekleideter Maͤnner, die ſich hinter den Parlamentsraͤthen aufſtellten. Es war dies die Municipalitaͤt von Paris, und auch von dieſer mochte die Regentin kein bloßes Beileid erwarten, das Zucken ihres Antlitzes verrieth, daß ſie der fortgeſetzten Vorbereitung ſolcher Maſſenangriffe ſchwerlich laͤnger die Spitze bieten koͤnne, und eine neue Wendung des Beneh⸗ mens ſuchen muͤſſe. Im Stile ihres ſtolzen Benehmens wenigſtens Zeit fuͤr Ueberlegung zu gewinnen, wendete ſie ſich zum Diener, der das Siegelwachs ſchon bereit hielt, und reichte ihm den erſten Brief. Er traͤufelte das Wachs darauf und uͤberreichte ihn dann wieder der Regentin, welche, nachdem ſie das Petſchaft darauf gedruͤckt, nach dem italieniſchen Boten rief. Dieſer Ungluͤcksbote, mit Schweiß und Koth bedeckt, hatte in einem Winkel des Saals geharrt. Als er hervortrat, ſtreckte die Regentin ein offnes Blatt dem Diener hin, mit dem Finger den Ort andentend, wohin das Wachs zu traͤufeln ſei, und ſprach gleichzeitig zu dem Kourier:

Dein Dienſt ſoll Dir koͤniglich belohnt werden. Du haſt uns eine Ungluͤcks⸗Nachricht gebracht, aber eine Nach⸗ richt, daß das Ungluͤck geringer ſei als unſre aufgeſchreckte