Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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ganz und gar, denn die Proben draͤngten ſich nun einzeln herbei, da die Nachricht vom grenzenloſen Unglück wie ein Sturmwind durch Paris gefahren war. Noch ſtand oder kauerte vielmehr die Herzogin Margaretha an der Eichen⸗ bank, welche um den Saal herumlief, in unbeſchreiblichem Schmerze, denn ſie hatte ihren Gemahl, der jetzt Frankreich und ihren Bruder aufeine ſo nichtswuͤrdige Weiſe in's Ver⸗ derben ſtuͤrzte, nicht einmal geliebt, ſie hatte ſich einer Kon⸗ venienzheirath mit ihm geopfert und erntete nun ſo entſetz⸗ liche Fruͤchte von dem Opfer. Noch ſtand Duprat regungs⸗ los neben ſeinem Schreiber: als ſcharffinniger Mann uͤber⸗ ſah er mit innerem Grauen, welch Unheil ihm perſoͤnlich aus dieſem Unheil des Landes erwachſen koͤnne. Er hatte bis daher Alles auf die Gunſt des regierenden Koͤnigshauſes geſtellt, und dem Koͤnige wie der Regentin zu Gefallen das Parlament tyranniſch genug behandelt. Nur zu gut kannte er die eigentliche Stimmung des Parlamentes, und durfte nicht zweifeln, daß dieſe jetzt drohend hervorbrechen, und ſeine Stellung, wenn nicht ſeine Freiheit und ſein Leben bedrohen werde. Ebenſo harrte Florentin regungslos der Dinge, die da kommen ſollten; auch er hatte nur Nach⸗ theil zu erwarten, und die Aeußerung der Regentin, Frangoiſe dem Koͤnige als Troͤſterin zu ſenden, bedrohte ihn unmittelbar. Nur fuͤr Budé, welchen des Landes Un⸗ gluͤck tiefer betruͤbte als irgendwen, weil er am Lande ſelbſt, am Koͤnige und an den mit dem Koͤnige beſchloſſe⸗ nen und nun in's Unberechenbare hinaus geſchobenen Plaͤ⸗ nen einer gruͤndlichen Bildung des Landes mit ganzer Seele hing, nur fuͤr ihn eroͤffnete ſich mit jener Aeußerung der Laube, Chateaubriant. II. 13