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Jeſu Maria!
„und ich flog in dem Augenblicke ebenfalls mit meinem getroffenen Roſſe zu Boden. Ach, verwundet und matt konnte ich nicht hervor unter der Laſt des Thiers, und mußte wehrlos dreinſchaun, wie Bourbon umher ſuchte nach Bonnivet, um ihn zu erſchlagen, und wie er laͤſterte, als er das Racheopfer ſich entzogen fand. Der Tod be⸗ ruhigt: Ungluͤcklicher, hat er ausgerufen, Du biſt ſchuld am Ungluͤcke Frankreichs und an dem meinigen! Als ob Bonnivet ihm gerathen haͤtte, Landesverraͤther zu werden!“
„Als man mich hervorzog war Alles vorbei. Der Koͤnig hatte ſich vom ſtuͤrzenden Pferde zu befreien gewußt, und zu Fuß weiter gefochten wie ein Loͤwe. Umſonſt hatten ihm die Soldaten zugerufen, ſich zu ergeben; er haͤtte das Schickſal La Paliſſe's gehabt, waͤre nicht Pomperant, der Gefährte Bourbon's, dazu gekommen, und haͤtte ihn er⸗ kannt und angerufen. Er hat ihn gebeten, ſich Bourbon anzuvertrauen, Koͤnig Franz hat zornig erwidert, daß er mit dieſem Verraͤther nichts zu ſchaffen habe“—
O, mein Caͤſar!
„und da iſt denn Lannoy, der Vicekönig von Neapel herbeigerufen worden, und hat knieend das blutige Schwert des Koͤnigs in Empfang genommen, das ſeinige dafuͤr dem Koͤnig bietend.“
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„So verlief, lieber Bude, die ungluͤckliche Schlacht bei Pavia. Die Bluͤthe Frankreichs iſt dahin: was nicht todt iſt, das iſt gefangen, und wir ſind unſrer ſo viele hier unter den Feinden— der Koͤnig von Navarra, Graf St. Pol, Fleuranges, Montmorency, auch der kleine Marot, der


