Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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niedertraͤchtiger Weiſe erſchoſſen. Es war ein grauenvoller Tag! Ihr könnt uͤbrigens denken, daß unterdeſſen der Koͤnig ſelbſt nicht muͤßig war, er wie wir waren in volle Arbeit getreten. An der Spitze ſeiner Gensdarmerie riß er die feindlichen Reiterreihen nieder immer eine nach der anderen; einen Marquis von St. Ange, der vom großen Skanderbeg abſtammen ſoll, und vier, füͤnf andere Fuͤhrer des Feindes toͤdtete er mit eigener Hand; hier war furia francese, hier war glorreicher Kampf! Hoch Koͤnig Franz! ſchrieen die Seigneurs in ſeiner Naͤhe, und maͤhten und warfen ſo ſchön, ſo gewaltig! es waͤre um die Spanier ge⸗ ſchehen geweſen, haͤtte Pescaire nicht ein Mittel ergriffen, das unritterlich genug war gegen ſolche Ritter, das aber freilich furchtbaren Erfolg hatte. Er verſtreute wie man eine Hand umwendet gegen zweitauſend baskiſche Buͤchſen⸗ ſchuͤtzen unter ſeine Reiter, eine unerhoͤrte Art, die Reiter⸗ ſchlacht zu vernichten! und ließ nun dieſe furchtbar ge⸗ wandten und wie die Fuͤchſe geſchmeidigen Schutzen ſchießen und laden, laden und ſchießen auf unſere glaͤnzendſten Ruͤſtungen und Wappenrocke, daß es nur zu bald ein Ent⸗ ſetzen wurde fuͤr Frankreich. Die Kerle ſollen bis mitten unter uns geweſen ſein, um in groͤßter Naͤhe unſere Seig⸗ neurs von aͤlteſtem Kriegsruhme von den Pferden zu ſchießen, wie man das widerſtandsloſe Wild niederwirft auf der Jagd. Grauenvoll, grauenvoll ging es her, raſch nach einander ſah man von den Pferden verſchwinden Louis de la Treémoille, und Ihr wißt ein Tremoille iſt immer ein halbes Heer; Louis d'Ars, Bayart's Lehrer und Freund; San Sevèrino, des Koͤnigs Großſtallmeiſter; den Baſtard