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außerſten Fluͤgel hielt, als denke er bei erſter Gelegenheit umzukehren. Zwei Figuren ragten über Alle aus der Mitte hervor: die eine war Koͤnig Franz, auf deſſen prachtvollem Helme und Harniſche die Morgenſonne mit beſonderem Wohlgefallen zu ruhen ſchien, wie froͤhlich wehten ſeine weißen Federn im Morgenwinde zu uns hin, wie ſchrie ſein Hengſt, aus Tauſenden heraus erkennbar! Die zweite war der dunkle Herzog von Suffolk, der letzte Sproß des könig⸗ lichen Hauſes York in England, den das regierende Haus Tudor geaͤchtet hatte, und der bei uns die deutſchen Lanz⸗ knechte fuͤhrte, ein finſter ausſehender langer Herr von er⸗ ſtaunlicher Tapferkeit, deſſen Beiname„Weiße Roſe“ in grellem Widerſpruche ſtand mit der ihm eigenen duͤſteren Erſcheinung. Auf ihn und ſeine Schaar fiel wie ein Ha⸗ gelwetter der erſte Angriff des Feindes: Bourbon warf ſeine deutſchen Lanzknechte auf unſere Deutſchen, und dieſe Leute wuͤrgten einander, als ob Baͤren an einander ge⸗ riethen. Die unſrigen, von den dazu beſtimmten Schwei⸗ zern nicht unterſtuͤtzt, erlagen dem uͤbermaͤchtigen An⸗ drange, die hohe„weiße Roſe“ fiel, und Bourbon konnte ſich ſiegreich gegen unſeren rechten Fluͤgel kehren. Sieg⸗ reich! Das Schickſal war dieſem uͤbeln Bourbon fort⸗ dauernd guͤnſtig, auch unſer rechter Fluͤgel ward geworfen, und der alte Paliſſe hat es nicht erlebt. Sein Pferd iſt toͤbtlich getroffen worden, die Maſſe iſt uͤber ihn hergeſtuͤrzt und ein neapolitaniſcher Kapitain hat ihm den Degen ab⸗ genommen. Ein gemeiner Spanier aber, dem Italiener das gute Gluͤck ſolch einer Gefangennehmung beneidend, hat ſeine Buͤchſe angeſchlagen und unſeren alten Krieger


