Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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ſolchergeſtalt ſelbſt zum Schweigen noͤthigte. Die Gar⸗ niſon von Pavia benutzte denn auch dieſen Augenblick, her⸗ vorzubrechen unter Anfuͤhrung des furchtbaren Antonio de Leyva, der uns ſo lange getrotzt hatte. Er draͤngte am La⸗ ger voruͤber, das nicht mehr Truppen genug hatte, ihn zu hemmen, und ſchloß ſich an den langſam vor uns weichen⸗ den ſpaniſchen Vortrab, der ſich auf die eiligſt aufmarſchi⸗ renden Schlachtreihen Pescaire's und Bourbon's zurüͤckzog. Nun begann die volle Schlacht: wir hatten einen weſent⸗ lichen Vortheil unſerer Stellung verloren, aber wir hatten den vollen Muth des Gelingens, und es waͤre vielleicht Alles gut geworden, wenn Jedermann ſeine Schuldigkeit gethan haͤtte. Leider geſchah das nicht, und leider trat der ſchreiendſte Mangel gerade neben mir ein. Ich bildete mit dem Herzoge von Alencon alſo den linken Flugel nach der Mallaͤnder Straße zu, an uns ſtieß zu unſerer Rechten ein ſtarkes Korps Schweizer, nach dieſem kam der Koͤnig im Mittelpunkte der Schlacht und umgeben von der Bluͤthe des Landes; zwiſchen ihm und dem rechten Fluͤgel kam eine verwogene Truppe deutſcher Lanzknechte, gegen 5000 an der Zahl, die letzten Ueberreſte der alten Banden aus Geldern und Weſtphalen, maſſive Leiber mit ruhiger, durchgreifender Courage, das Kaiſerhaus haſſend allerwege und im Reichs⸗ banne von Kaiſer Karl; den rechten Fluͤgel endlich fuͤhrte La Paliſſe. So ſtanden wir, ach in meiner letzten Stunde werde ich's noch ſehen, wie die Morgenſonne uüber unſere Schlachtlinie vom alten Paliſſe heruͤber, der vorgeritten war, um ſich umzuſchauen, die Reihen entlang ſchien bis zu dem gleichguͤltigen Gemahle Margarethens, der am