Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

,

184

Park nach Pavia hinuͤber. Ihr koͤnnt denken, wie haſtig wir dreinfuhren in die Reihen, welche jenſeits unſerer aͤußerſten Linken wie ein dunkler Wald voruͤberzogen. Das ging auch Anfangs vortrefflich, und der Feind ſchien ſich Alles ſo eingerichtet zu haben, um gliederweiſe niederge⸗ maͤht zu werden. Wir fielen mit voller Wucht in ſeine Flanke, und der alte Galiot hatte ſeine Schluͤnde vom Lager aus meiſterhaft gegen einen breit ausgehauenen Waldfluͤgel gerichtet, welchen die Spanier uͤberſchreiten mußten. Dieſen Fluͤgel entlang warf er denn Alles nieder, was der ſpa⸗ niſchen Avantgarde, die wir unter den Haͤnden hatten, in Maſſe nachdruͤckte. O, wie verheißungsvoll war die herbe Morgenluft und die roth aufſteigende Sonne: man ſah nur Koͤpfe und Arme der Spanier fliegen in der breiten Wald⸗ ſchneiße von Galiot's Kugeln, ihre Reihen loͤſ'ten ſich, und ſie liefen zerſprengt nur noch einer nach dem anderen, um das kleine Thal hinter dem Fluͤgel zu gewinnen. Da, ach, daß ich es ſagen muß! trat die unheilvolle Wendung ein: ich hatte dem Koͤnige anzeigen laſſen, daß ich ſo eben dieſ⸗ ſeits des Fluͤgels im Park ein ſpaniſches Bataillon zerriſſen und einige Kanonen genommen haͤtte, und der Koͤnig ſah ſelbſt, daß der Feind nur noch einzeln und fluͤchtig ſich zeigte, er hielt alſo voreilig den Sieg für geſichert, gab ſeinem Ungeſtuͤme vorzeitig nach, und ſtuͤrzte ſich mit der Gensdarmerie hervor aus dem Lager zum niederwerfenden Angriff. Bourbon und Pescaire ſollen gejubelt haben bei dieſem Anblicke, denn der Koͤnig gab damit nicht nur ſeine feſte Stellung auf, ſondern er maskirte auch unſer Geſchuͤtz dadurch, daß er ſich gerade vor ihm herauswarf und es