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Gnaͤdigſte Frau— unterbrach ſie Bude, der in der Groͤße ſeines Herzens ihr ohne Weiteres das Attentat auf ſein Leben vergeben hatte— erholt Euch erſt, ehe Ihr etwas anordnet.
„Und er wartet, er ſchmachtet in Gefangenſchaft!“
Wir können ihm erſt nützen, wenn wir genau unter⸗ richtet ſind—
„Da haſt Du Recht, Budeé, ganz Recht“—
Und der Kourier hat mir ein Schreiben, der Aufſchrift nach von Chabot de Brion mitgebracht, ordnet nichts an, bis ich nachgeſehn habe, ob es uns naͤhere Aufſchluͤſſe bringt—
„Oeffne, ſo oͤffne doch— lies! lies!“
Bude ſah bei Croͤffnung des Briefes, daß der Eingang ſich auf ihn und die Graͤfin Frangoiſe perſonlich bezog, und wollte dies uͤberſchlagen, er winkte alſo dem Diener der Regentin, einen Seſſel fuͤr die erſchoͤpfte Herrin herbeizu⸗ bringen, und ſuchte haſtig mit den Augen, wo der Brief die Darſtellung der allgemeinen Angelegenheiten aufnaͤhme.
„Lies um Gotteswillen!“ rief ungeduldig die Regentin, „all Euer Perſoͤnliches iſt ja jetzt gleichguͤltig, es iſt ja Alles veraͤndert, Alles ſchrecklich neu, lies, lies, wir billigen ja jetzt Alles was Ihr wuͤnſcht, wenn mein Sohn dabei ge⸗ rettet werden kann, lies!“ 3
So las denn Budeé, ohne ein Wort zu unterſchlagen, Folgendes:
„Im Ungluͤcke denkt man ſeiner Freunde am lebhaf⸗ teſten, lieber Bude. Ach, nicht damit ſie uns helfen ſollen, das erneuerte Andenken an ſie iſt uns ſchon eine Hilfe. Ich 12*†


